Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn hat einer Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs von Curevac eine Absage erteilt. "Die Daten sind noch gar nicht da", insofern könne man auch keine Notfallzulassung erteilen, sagte Spahn am Donnerstag.

Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, ist dieser Ansicht. Er sehe die Notwendigkeit einer Notfallzulassung nicht. Deutschland habe mit einer genauen Prüfung der Impfstoffe "den richtigen Weg gewählt", meinte er.

CureVac beantragt Zulassung im zweiten Quartal

CureVac erwartet Daten zur Wirksamkeit seines Covid-19-Impfstoffs unverändert noch in diesem Quartal. Der Antrag für eine bedingte Marktzulassung für das Mittel bei der Europäischen Union werde ebenfalls im zweiten Jahresviertel angestrebt, teilte die Gesellschaft am Donnerstag mit. CureVac wolle sein Covid-19-Impfprogramm zudem ausweiten und drei neue Studien bei bestimmten Populationen voraussichtlich schon bald beginnen.

Bis Ende 2021 will das Unternehmen bis zu 300 Millionen Dosen seines Impfstoffs und bis 2022 bis zu eine Milliarde Dosen herstellen. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte CureVac knapp 49 (2019: 17,4) Millionen Euro um, der operative Verlust stieg wegen höherer Forschungskosten um gut zehn Prozent auf fast 110 Millionen Euro.

Dramatische Lage in Spitälern

In Deutschland wächst angesichts der Corona-Zahlen die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, rief am Donnerstag zum Handeln auf. "Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich teilweise dramatisch zu." Auch Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appelliert an die Länder, mit der Anwendung der Corona-Notbremse nicht mehr zu warten. Binnen 24 Stunden wurden knapp 30.000 Neuinfektionen gemeldet.

Die meisten Neuerkrankungen sei mittlerweile bei den 15- bis 49-Jährigen zu verzeichnen, betonte Wieler. Die besonders ansteckende Mutante B.1.1.7 habe einen Anteil von 90 Prozent erreicht. Es sei zwar positiv, dass mittlerweile 17 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal geimpft seien. "Der Großteil der Bevölkerung ist eben nicht geimpft." Und sehr viele Menschen müssten noch monatelang auf ihre Impfung warten. Es sei jetzt zwingend notwendig, die Kontakte weiter zu reduzieren, so Wieler. Der Deutsche Bundestag soll am Freitag erstmals über die bundeseinheitlichen Notbremse-Regeln debattieren. (apa/reuters)