In Albanien scheinen die regierenden Sozialisten die Wahlen gewoonnen zu haben. Der albanische Ministerpräsident Edi Rama hatte schon knapp  nach der Parlamentswahl vom Sonntag den Sieg für seine Sozialistische Partei (PS) beansprucht.

Die PS dürfte nach derzeitigem Stand auf 74 der 140 Parlamentssitze kommen.

Albanien ist politisch tief gespalten, die verfeindeten Lager sprechen einander die Daseinsberechtigung ab. Die Opposition um Basha (46) wirft Rama (56) Wahlbetrug, Korruption und Verstrickung in die Organisierte Kriminalität vor. Sie organisierte in der vorangegangenen Legislaturperiode Massenproteste und boykottierte das Parlament sowie die Kommunalwahlen 2019.

Am Mittwoch vor der Wahl kam bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten beider Lager in der Stadt Elbasan ein Mann ums Leben, vier weitere Personen wurden verletzt. Der Wahltag selbst war ohne größere Zwischenfälle verlaufen.

Albanien war bis Anfang der 1990er-Jahre eine stalinistische, vom Rest der Welt weitgehend isolierte Diktatur. Seitdem hat sich das Balkan-Adria-Land grundlegend verändert, pluralistische und marktwirtschaftliche Verhältnisse hielten Einzug. 2009 wurde Albanien NATO-Mitglied. Für den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen erteilten die Staats- und Regierungschefs der Union im Vorjahr Grünes Licht. Wann die Verhandlungen nun aber tatsächlich beginnen, ist noch unklar. (apa)