Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat ein islamistisches Netzwerk um den Verein Ansaar International verboten. Dieses finanziere mit Spenden weltweit den Terrorismus, erklärte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch zur Begründung auf Twitter. "Wer den Terror bekämpfen will, muss seine Geldquellen austrocknen", wurde Seehofer auf dem Kurznachrichtendienst zitiert. Das Verbot gelte auch für die Teilorganisationen von Ansaar International.

Vor zwei Jahren hatte das Ministerium eine bundesweite Razzia gegen das Netzwerk bekanntgegeben. Damals war von Anhaltspunkten die Rede, dass das Netzwerk die radikal-islamische Hamas finanziell und propagandistisch unterstützt. Die Hamas bekämpft seit ihrer Gründung die Existenz des Staates Israel.

Der Südwestrundfunk berichtete unter Berufung auf Behördenkreise von laufenden Durchsuchungen von Wohnungen und Garagen in zehn Bundesländern. Schwerpunkt sei Nordrhein-Westfalen. Dem Bericht zufolge hat der Gründer von Ansaar International die Vorwürfe bisher stets bestritten und betont, der Verein distanziere sich von Extremismus und Radikalismus. (reuters)