Ein iranischer Diplomat, der in Wien akkreditiert war und wegen der Planung eines Bombenanschlags in Frankreich zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, hat seine Berufung in Belgien zurückgezogen und wird eine Haftstrafe verbüßen. Das teilte sein Anwalt laut Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Antwerpen mit. Die Staatsanwaltschaft schloss außerdem einen Tausch westlicher Gefangener im Iran für ihn aus.

Assadollah A. war im Februar wegen eines vereitelten Sprengstoffanschlags auf eine Großkundgebung von iranischen Exil-Oppositionellen in Frankreich zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Es handelte sich um eine Kundgebung des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NCRI) im Juni 2018 in der Nähe von Paris. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin wurde der Mann wegen versuchten Mordes und Beteiligung an einer terroristischen Organisation schuldig gesprochen.

In Wien akkreditiert

Brisant war das Urteil, weil Assadollah A. den Ermittlungen zufolge Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes MOIS ist, zu dessen Aufgaben die Beobachtung und Bekämpfung oppositioneller Gruppierungen innerhalb und außerhalb des Iran gehört. Es gilt deswegen als möglich, dass den Anschlagsplänen ein direkter staatlicher Auftrag zugrunde lag. Der 2018 in Deutschland festgenommene Iraner war zum Tatzeitpunkt an der iranischen Botschaft in Wien als Diplomat akkreditiert. (apa)