Die Grünen in Deutschland ziehen einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap zufolge an der regierenden konservativen Union vorbei. Im neuesten "Deutschlandtrend" für die ARD gaben 26 Prozent der Befragten an, für die Grünen votieren zu wollen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Das sind vier Punkte mehr als zuletzt, wie der Westdeutsche Rundfunk am Donnerstag mitteilte. CDU/CSU kommen auf 23 Prozent, vier Punkte weniger als im April.

Die mitregierenden Sozialdemokraten (SPD) geben zwei Punkte nach und liegen bei 14 Prozent. Es folgen die rechtspopulistische AfD mit zwölf Prozent (plus eins), die liberale FDP mit elf Prozent (plus zwei) und die Linke mit sechs Prozent (minus eins).

58 Prozent trauen in der repräsentativen Umfrage den Grünen am ehesten zu, Aufgaben der Umwelt- und Klimapolitik zu lösen. Das Thema stand in den vergangenen Tagen neben der Corona-Politik ganz oben auf der Agenda der deutschen Bundespolitik. Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bekommt zudem den größten Zuspruch. Bei einer Direktwahl würden sich 28 Prozent für sie entscheiden. Jeweils 21 Prozent sprechen sich für den Unions-Kandidaten Armin Laschet beziehungsweise den SPD-Kandidaten Olaf Scholz aus.

Laschet hat zudem einen vergleichsweise schwachen Rückhalt in seiner eigenen Parteienfamilie. Von Unions-Anhängern sprechen sich nur 51 Prozent für Laschet aus. Baerbock und Scholz kommen bei Anhängern ihrer Parteien auf deutlich höhere Werte. Laschet hatte sich in einem zähen Machtkampf gegen CSU-Chef Markus Söder durchgesetzt und war Kanzlerkandidat der Union geworden, obwohl Söder wesentlich besser in Umfragen dasteht.