In Ungarn sind bereits 4,2 Millionen Bürger gegen das Coronavirus immunisiert worden, davon haben 2,4 Millionen auch die Zweitimpfung erhalten. Laut offiziellen Angaben vom Freitag können sich jetzt auch Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren für eine Impfung registrieren lassen. Auch in Ungarn lebende Ausländer, die über keine Sozialversicherung verfügen, können eine Immunisierung beanspruchen.

Die Oberste Amtsärztin Cecilia Müller appellierte am Freitag bei einer Pressekonferenz des Krisenstabs an die Bevölkerung, sich registrieren und impfen zu lassen. Bisher haben sich in Ungarn, wo auch der russische Impfstoff Sputnik V und chinesische Vakzine zum Einsatz kommen,  rund 4,8 Millionen von circa acht Millionen Wahlberechtigen für eine Immunisierung angemeldet. Müller verwies zugleich auf die Bedeutung des "Zweitstichs", der keinesfalls versäumt werden dürfte.

Lockerungen ab 10.Mai

Angesicht der abnehmenden Infektionszahlen treten in Ungarn mit 10. Mai Lockerungen für Kindergärten und Schulen in Kraft. Kinder und Jugendliche dürfen dann auch wieder Sporteinrichtungen wie Schwimm- und Eishallen sowie Sportzirkel besuchen und Klassenfahrten unternehmen. Auch Matura-Feiern können wieder abgehalten werden.

Kritik an der Regierung gab es wegen der Ausstellung des Corona-Impfpasses für in Ungarn geimpfte, ansässige, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlende Ausländer. Aus einer Anfrage-Beantwortung von Kanzleiminister Gergely Gulyas ginge laut dem Onlineportal "Telex.hu" hervor, dass die Ausländer die Immunisierung bisher rechtswidrig erhalten hätten. Der Corona-Impfpass gewährt seinen Inhabern verschiedene Vergünstigungen wie mehr Reisefreiheit und Besuche von Kultur- und Sporteinrichtungen sowie der Gastronomie.

Nach wie vor hoch ist in Ungarn allerdings die Zahl der Corona-Toten. Am Freitag wurden bei 1.541 Neuinfizierten auch 106 Verstorbene verzeichnet. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Opfer auf 28.403. Im Spital befanden sich 3.855 Patienten, 445 mussten künstlich beatmet werden.