Italien führt ab dem 20. Juni den Grünen Pass ein, wie Gesundheits-Staatssekretär Pierpaolo Sileri am Donnerstag ankündigte. Dabei handelt es sich um ein Impfzertifikat in digitaler Form, das die Gesundheitsbehörden Geimpften ausstellen. Genesene müssen den Grünen Pass im Krankenhaus beantragen, in dem sie behandelt wurden, oder beim Hausarzt. Nicht Geimpfte können reisen, wenn sie sich einem PCR-Test unterziehen. Der Grüne Pass soll eine Gültigkeit von 9 Monaten haben.

Unterdessen plant Italien auch an die Ausdehnung der Impfkampagne auf Kinder. Am 28. Mai sollte die EU-Arzneibehörde EMA die Genehmigung zur Verabreichung der Pfizer-Dosen für die Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren erteilen. "Im Moment ist nur diese Art von Impfstoff für dieses Alter vorgesehen", sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza. Die Immunisierung der jüngeren Generationen sei "strategisch" im Hinblick auf den sicheren Beginn des nächsten Schuljahres.

Aufruf an Impfmuffel

Speranza plant zusammen mit Regierungskommissar Francesco Paolo Figliuolo eine Kommunikationskampagne, um Impfmuffel zur Immunisierung zu bewegen. 4,5 Millionen Italiener über 60 Jahre haben noch keine Impfstoff-Dosis erhalten, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit.

"Das Vakzin ist die wichtigste Waffe, über die wir verfügen, um dieser schwierigen Phase ein Ende zu setzen", betonte Speranza. Diese Ansicht teilt auch Franco Locatelli, Chef des wissenschaftlichen Komitees CTS, der jedoch nicht ausschließt, dass bald eine dritte Dosis Impfstoff gegen Coronavarianten notwendig sein könnte.

Weiterhin Maskenpflicht in geschlossenen Räumen

Die nach wie vor in Italien geltende Maskenpflicht im Freien soll beim Erreichen des Ziels von 50 Prozent der geimpften Bevölkerung aus 60 Millionen Menschen abgeschafft werden, sagte Sileri. In geschlossenen Räumen soll die Maskenpflicht auch dann weiterhin aufrecht bleiben. "Natürlich werden wir einen Schritt zurück machen müssen, sollten die Infektionszahlen wegen den Coronavirusvarianten steigen. Es ist jetzt aber klar, dass das Risiko einer Infektion im Freien viel geringer ist", so Sileri.

Sileri befürchtet, dass die Epidemie die Welt noch über das ganze Jahr 2022 belasten wird. "Wir werden alle immunisieren müssen, um aus dieser Situation herauszukommen", so der Gesundheits-Staatssekretär. (apa)