Verhandlungen mit Österreich seien notwendig, da die Bestimmungen der Einreise in das Nachbarland hinsichtlich des russischen Impfstoffes Sputnik-V widersprüchlich seien. Das erklärte der ungarische Kanzleiminister Gergely Gulyas am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Budapest. Der Minister betonte Gegensätze zwischen der offiziellen Mitteilung und der Kommunikation des österreichischen Gesundheitsministers Wolfgang Mückstein (Grüne).

Auf der österreichischen Webseite über die Einreise nach Österreich würde die Immunisierung als Bedingung angeführt, während sich der Gesundheitsminister dahin geäußert hätte, dass nur die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigten Vakzine eine Einreise nach Österreich ermöglichten. Sputnik-V verfügt jedoch über keine solche Genehmigung. Es wäre laut Gulyas "eigenartig", wenn gerade die laut bisherigen Untersuchungen effektivste Vakzine nicht akzeptiert würden. Der geplante Grüne Pass der EU würde noch auf sich warten lassen. Vor Juli sei nicht mit dem Dokument zu rechnen, so Gulyas. Deswegen würden nur bilaterale Vereinbarungen freies Reisen ermöglichen.

Ungarn steigt aus

Wie der Minister weiter betonte, werde Ungarn aus dem Vakzine-Beschaffungsprogramm der EU aussteigen. Ungarn würde bis Ende 2022 über mehr als zehn Millionen Dosen Vakzine verfügen, wobei auch die Impfwilligkeit abnehme.

In Ungarn sind aktuell 4,8 Millionen Bürger gegen das Virus immunisiert worden, davon haben 2,8 Millionen auch die Zweitimpfung erhalten. Mit der Zahl von fünf Millionen Immunisierten, die am Wochenende zu erwarten sei, soll es zu weiteren Lockerungen kommen, die Premier Viktor Orban am Freitag bekanntgeben werde.

Aktuell wurden in den vergangenen 24 Stunden in Ungarn 780 Neuinfizierte registriert. 51 Patienten verstarben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Opfer auf 29.380. Im Spital befanden sich 1.836 Patienten, 212 mussten künstlich beatmet werden. (apa)