Die registrierten Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union sind seit Mitte April um 39 Prozent zurückgegangen. Diese Zahl nannte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Donnerstag nach einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister. Auch seien inzwischen 40 Prozent der Erwachsenen zumindest einmal gegen Covid-19 geimpft, 17 Prozent hätten den vollen Impfschutz. Jede Woche erhielten nun etwa weitere 20 Millionen Europäer die Spritze.

"Wir können jetzt mit mehr Zuversicht nach vorne blicken und mit vorsichtigem Optimismus auf den Sommer schauen", sagte Kyriakides. Trotzdem müsse man dem Virus einen Schritt voraus bleiben, vor allem mit Blick auf die Ausbreitung von Varianten. Dazu diene die Beschaffung weiterer Impfstoffe für Auffrischungen, erklärte sie.

Auch müssten Mutationen konsequent entdeckt werden, forderte die Kommissarin. Derzeit erreichten nur zwölf der 27 EU-Staaten das Ziel, mindestens zehn Prozent der Corona-Proben mit Genomsequenzierung genauer zu überprüfen. Darüber hinaus gehe es um schnelle Anpassung von Impfstoffen, falls dies nötig werde, und um die Zulassung von mindestens drei wirksamen Therapien gegen Covid-19 bis Oktober.

 

Covid-19 in England nur mehr neunthäufigste Todesursache

Auch in England ist - nicht zuletzt in Folge einer erfolgreichen Impfkampagne - die Zahl der Corona-Toten  zurückgegangen - das schlägt sich nun in den Statistiken nieder. Mit einem Anteil von 2,4 Prozent (941 Fälle) sei Covid-19 im April nur mehr die neunthäufigste Todesursache im größten britischen Landesteil gewesen, teilte das Statistikamt ONS am Donnerstag mit.

Von November 2020 bis Februar 2021 hingegen waren die meisten Menschen an Covid-19 gestorben. Im März war die Krankheit noch die dritthäufigste Todesursache.

Insgesamt starben im April in England laut ONS 38.899 Menschen, das waren 6,1 Prozent weniger als in dem Monat im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Es war zugleich der erste Monat mit unterdurchschnittlichen Todeszahlen in England seit August 2020. Die häufigste Todesursache im April waren Herzkrankheiten - mehr als jeder Zehnte (10,7 Prozent) starb deswegen. (apa,dpa)