Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat schwere Anschuldigungen eines früheren Top-Regierungsberaters zum Krisenmanagement in der Corona-Pandemie zurückgewiesen. "Diese haltlosen Anschuldigungen (...) sind nicht wahr", sagte Hancock am Donnerstag im Unterhaus in London. Jeden Tag seit Beginn der Pandemie frage er sich, was er tun könne, um Leben zu schützen.

"Was wir getan haben, um der Corona-Pandemie beizukommen, ist beispiellos in jüngerer Zeit", sagte Hancock. Die Regierung werde weiterhin offen und transparent vorgehen.

Der Ex-Berater Dominic Cummings hatte Hancock am Vortag in einer mehrstündigen Anhörung Lügen und kriminelle Handlungen vorgeworfen. So habe der Minister etwa bei der Beschaffung von Schutzausrüstung versagt und versucht, die Schuld auf andere zu schieben. Cummings sagte, die Regierung habe versagt. Premierminister Boris Johnson sei unfähig.

Demonstrant vor der Downing Street 10. Auf dem Schild sind Dominic Cummings und Boris Johnson zu sehen. - © afp / Justsin Tallis
Demonstrant vor der Downing Street 10. Auf dem Schild sind Dominic Cummings und Boris Johnson zu sehen. - © afp / Justsin Tallis

Hancock betonte den Erfolg der Impfkampagne in Großbritannien. Fast die Hälfte der Erwachsenen hat bisher beide Impfdosen erhalten. Er sei stolz auf sein Team im Gesundheitsministerium, Pflegekräfte, Krankenhauspersonal und Freiwillige. "Großbritannien stellt sich dieser Herausforderung. Wir werden es schaffen", sagte Hancock. Wichtig sei, dass die Menschen geimpft und getestet würden - dies liefere die Regierung. "Das ist es, was für dieses Land wichtig ist."

Auf Vorwürfe von Cummings, die Regierung habe Corona-Patienten ohne zu testen zurück in Pflegeheime geschickt und damit die Ausbreitung des Virus gefördert, ging Hancock nicht direkt ein. Er sagte, besonders zu Beginn der Pandemie seien viele Eigenheiten des Virus noch nicht bekannt gewesen. Die Regierung sei wissenschaftlichem Rat gefolgt, so Hancock. (apa, dpa)