Im Streit um das ungarische Gesetz zur Einschränkung von Informationen über Homo- und Transsexualität hat sich der tschechische Präsident Milos Zeman hinter Ungarn gestellt und Personen, die ihr Geschlecht ändern, als "ekelhaft" bezeichnet. "Wenn man sich einer geschlechtsverändernden Operation unterzieht, begeht man im Grunde ein Verbrechen der Selbstverletzung", sagte Zeman laut Reuters am Sonntag in einem Fernsehinterview am Sonntag und sorgte damit für Kritik.

Die Verurteilung des umstrittenen Gesetzes in der EU kritisierte das tschechische Staatsoberhaupt als Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Landes. Mehr als die Hälfte der 27 EU-Mitgliedsstaaten hatten sich gegen das ungarische Gesetz, das Publikationen verbietet, die Kindern und Jugendlichen zugänglich sind und Sexualität darstellen, die von der heterosexuellen abweicht ausgesprochen - Tschechien war anders als Österreich nicht darunter.

Kritik an den Aussagen Zemans kam von Aktivisten für die Rechte von homosexuellen Menschen. Die Organisatoren der "Prague Pride" erklärten gegenüber der tschechischen Nachrichtenagentur CTK, dass derartige Äußerungen nur Öl ins Feuer des Hasses gießen würden und einen erheblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit von LGBT-Personen hätten. Transgender-Menschen seien am meisten mit Ungleichheit und Diskriminierung konfrontiert, so Daniel Zikmund von "Prague Pride".

Die Abkürzung LGBT steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. (apa)