Durch die Regionalwahlen in Frankreich sehen sich die Konservativen deutlich gestärkt. Eine schwere Schlappe hingegen hat wie in der ersten Runde auch das rechtsextreme Rassemblement National von Marine Le Pen eingefahren. Die Wahlen gelten als Testlauf für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Die Beteiligung bei den Regionalwahlen war gering. Nur etwas mehr als ein Drittel der Wählerinnen und Wähler gaben ihre Stimme ab.

In der Region Provence-Alpes-Cote d'Azur im Südosten des Landes erhielt Le Pens Partei dem Institut IFOP zufolge 44,2 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich hinter den Konservativen, die 55,8 Prozent erreichten. Zu einer ähnlichen Prognose kam das Institut Opinionway, das Anteile von 45 Prozent für die Rechtsextremen und 55 für die Konservativen ermittelte.

Dämpfer für Macron

Ohne Erfolg blieben zehn Monate vor der Präsidentenwahl auch die Liberalen von Präsident Emmanuel Macron. Die Regierungspartei La République en Marche (LREM) landete mit nur sieben Prozent der Stimmen abgeschlagen auf den hinteren Rängen. "Diese Ergebnisse sind eine Enttäuschung für die Mehrheit des Präsidenten", räumte LREM-Chef Stanislas Guerini ein.

Konservative im Aufwind

Stärkste Kraft wurden auch in der Stichwahl die Konservativen: Sie kamen nach Angaben von Meinungsforschern auf rund 38 Prozent der Stimmen und konnten ihren Vorsprung damit im Vergleich zur ersten Runde deutlich ausbauen. Erneut blieben rund zwei Drittel der Wähler der Abstimmung fern, das ist der höchste Stand der Nachkriegszeit.

Bisher hat sich aber nur einer offiziell zum Herausforderer von Staatschef Emmanuel Macron erklärt: Xavier Bertrand. Der frühere Gesundheitsminister hatte seine Präsidentschaftskandidatur von einem Sieg bei den Regionalwahlen abhängig gemacht. Mit rund 53 Prozent wurde der 56-Jährige nun klar als Präsident der nordfranzösischen Region Hauts-de-France mit Städten wie Calais und Dünkirchen bestätigt.

Damit sei die Präsidentschaftswahl eine "Partie zu Dritt", sagte Bertrand der Zeitung "Les Echos" unter Anspielung auf Staatschef Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Bisher lag er in Umfragen für die Präsidentschaftswahl allerdings deutlich hinter beiden.

Der bürgerliche Kandidat wirbt für eine "soziale und volksnahe Rechte". Bis 2017 gehörte er noch der konservativen Partei Die Republikaner von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy an. Er trat dann aber wegen des ihm zu rechtslastigen Kurses aus. (apa, dpa, red.)