Der regierungskritische türkische Journalist Erk Acarer ist nach Angaben der Polizei in Berlin angegriffen worden. Am Mittwochabend wurde Acarer, der im deutschen Exil lebt, im Berliner Stadtteil Rudow im Bezirk Neukölln von mehreren Angreifern am Kopf verletzt. Laut Polizeisprecherin soll sich der Angriff im Innenhof seines Wohnhauses ereignet haben. Er sei nicht in Lebensgefahr, habe einige Schwellungen am Kopf und sei im Krankenhaus. Das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt.

Nach dem Angriff am Mittwochabend twitterte der Journalist ein Foto von sich und schrieb dazu auf Türkisch: "Ich bin in meinem Haus in Berlin mit Messer und Faust angegriffen worden. Ich kenne die Täter. Ich werde niemals vor dem Faschismus kapitulieren." Er und seine Familie stünden unter Polizeischutz. In einem Video von Donnerstag früh sprach er von drei Angreifern.

Acarer wurde zusammen mit anderen Journalisten in der Türkei angeklagt. Vorgeworfen wurde ihnen die Veröffentlichung von geheimer Information zur staatlichen Sicherheit und zu Geheimdienstaktivitäten. Hintergrund waren nach Angaben von Amnesty International unter anderem Berichte über einen in Libyen getöteten Mitarbeiter des türkischen Geheimdienstes.

Journalisten zeigen Solidarität

Der ebenfalls im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar wertete den Angriff als "direkte Botschaft" des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan. Dieser wolle damit deutlich machen, dass die Türkei "einen regimekritischen Journalisten sogar in Berlin angreifen" könne.

Auch die Journalistin Mesale Tolu, die 2017 mehrere Monate in der Türkei in Untersuchungshaft saß, verurteilte den Angriff.

"So viele Menschen suchen Schutz in Deutschland und werden dann auch hier aggressiver Gewalt ausgesetzt. Das muss ein Ende haben", schrieb sie auf Twitter. (apa/dpa/afp)