Mit dem heutigen Freitag beginnen auch in Westösterreich die Sommerferien. Das bedeutet für viele Familien: Koffer packen und in den Urlaub fahren. Doch gerade jetzt werden die Lieblingsdestinationen der Österreicher von steigenden Infektionszahlen und Meldungen über die Delta-Variante des Virus geplagt. Neben Österreich selbst waren laut Statistik Austria die am häufigsten angepeilten Urlaubsziele 2020 Italien, Deutschland, Kroatien, Spanien und Griechenland. Doch in den meisten von ihnen steigen aktuell die Infektionszahlen, und die jeweiligen Regierungen beginnen wieder Restriktionen zu verhängen. Wie es scheint, wird es heuer also nicht den ungetrübten Märchensommer ohne Virus und ohne Sorgen geben.

Die Gefährdungslage in Italien ist gering

Obwohl das Land noch vor eineinhalb Jahren von Covid-19 so gebeutelt war wie nur wenige andere, scheint sich die Lage aktuell immer weiter zu erholen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt hier bei 9,6 und der Anteil der vollständig Geimpften bei 34,5 Prozent. Ein Zonensystem soll, ähnlich der österreichischen Corona-Ampel, mithilfe farblich markierter Regionen, Auskunft darüber geben, wie schlimm das Virus in bestimmten Gebieten grassiert und welche Regeln und Beschränkungen dadurch gelten.

Die sehr gute Nachricht: Aktuell sind alle Regionen weiß, das ist die niedrigste Stufe. Das bedeutet, dass alle Cafés, Restaurants und Bars geöffnet haben und dass es keine Ausgangsbeschränkungen gibt. Einreisen darf jeder aus dem EU- oder Schengenraum, der sich vorab über ein digitales Formular registriert hat und den Nachweis einer Genesung, Impfung oder eines negativen Tests (3G-Regel) vorweisen kann.

Nach Deutschland ist die Einreise kein Problem

Es ist kaum zu glauben, aber Deutschland war 2020 wirklich das zweitbeliebteste Urlaubsland der Österreicher. Und auch dieses Jahr könnte es wieder so sein, haben doch viele Menschen zu viel Respekt vor den Menschenmassen an den Stränden der oberen Adria. Die 7-Tages-Inzidenz liegt bei unserem nördlichen Nachbarn bei 5,2 und die vollständige Impfquote bei 39,02 Prozent. Für Österreicher, die auf dem Landweg nach Deutschland einreisen, gibt es keinerlei Auflagen. Sollte man per Flugzeug einreisen, muss natürlich die 3G-Regel beachtet werden. Auch die meisten Restriktionen sind in Deutschland bereits entschärft.

Kroatien setzt vor allem auf digitale Zertifikate

Die Zahlen scheinen langsam wieder zu steigen, doch aktuell gibt es noch keine Reisewarnungen. Die 7-Tage-Inzidenz beläuft sich auf 14,9, und die vollständig Geimpften machen 28,63 Prozent der kroatischen Bevölkerung aus. Allerdings liegt die 7-Tage-Inzidenz im Gebiet Zadar bei 114,2, weshalb das deutsche Auswärtige Amt die Region als Risikogebiet einstuft. Prinzipiell steht die Einreise allen Bürgern aus dem EU- oder Schengenraum offen, allerdings wird ein digitales Covid-Zertifikat der EU verlangt, sollte jenes nicht vorhanden sein, gibt es vier weitere klassische 3-G-Nachweismöglichkeiten. Außerdem empfiehlt das kroatische Innenministerium, das Online-Formular Enter Croatia auszufüllen.

Für die Länder des Westbalkans gelten natürlich unterschiedliche Regeln, die meisten verlangen allerdings zur Einreise den Nachweis einer Impfung oder einen negativen Corona Test. Einige, wie zum Beispiel Montenegro oder Albanien, verlangen hingegen gar keinen Nachweis von EU-Bürgern. Die Infektionszahlen sind in dieser Region auch vergleichsweise gering. Am höchsten ist der Wert in Montenegro mit einer 7-Tage-Inzidenz von 22,3.

In Spanien wütet derzeit die Delta-Variante

Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 190,4 explodieren in Spanien die Covid-Infektionen und die neue Erkrankungswelle, die zuletzt Portugal erfasste, hat nun auch das zweite Land auf der iberischen Halbinsel im Griff. Die meisten Experten sehen vor allem die neue Delta-Variante des Virus als Grund für den rapiden Anstieg der Infektionen. Laut der spanischen Gesundheitsministerin Carolina Darias seien außerdem die feierwütigen jungen Menschen starke Virusverbreiter. Das unter anderem deshalb, weil in Spanien weiterhin eine starke Alterspriorisierung gilt. Dementsprechend ist zwar der Anteil der vollständig Geimpften mit 41,77 Prozent relativ hoch, aber darunter befinden sich nur wenige der mobilen Jungen. Zuletzt appellierte Darias noch an die Vernunft der Nicht- oder nur Teilgeimpften, die Lage scheint also ernst zu sein.

Trotzdem ist es für Reisende aus EU- oder Schengenländern erlaubt, nach Spanien einzureisen. Sie müssen dabei auf dem Flugweg keinerlei 3G-Zertifikate vorweisen. Sollte das Land, aus dem man anreist, allerdings auf der Risikoländerliste des spanischen Außenministeriums stehen oder man über den Landweg die Grenze übertreten, so gilt es eine der drei Nachweismöglichkeiten mitzuführen. In Österreich betrifft das laut der Risikoländerliste nur Menschen aus Kärnten und Tirol. Zusätzlich müssen alle, die nach Spanien wollen, maximal 48 Stunden vor der Einreise in das Land, ein Online-Formular ausfüllen.

Rasch steigen auch in Griechenland die Fälle

Getestet, geimpft oder genesen müssen Urlauber sein, die nach Griechenland wollen. Zwar verbreitet sich auch hier die Delta-Variante rasch, doch nach wie vor ist die Einreise für alle Reisenden aus dem EU- und Schengenraum erlaubt. Wichtig dabei ist die verpflichtende Registrierung mittels Online-Formulars und eben das Vorweisen eines 3G-Zertifikats. Ganz so schlimm wie in Spanien oder Portugal sind die Zahlen zwar noch nicht, aber auch in Griechenland steigen sie rapide. Die 7-Tage-Inzidenz liegt inzwischen bei 81,6 und die vollständige Impfrate beträgt 38,93 Prozent.

Die Rückreise nach ist mit 3G-Nachweis problemlos

Obwohl also das Infektionsgeschehen in einigen Ländern auf eine weitere Viruswelle hinweist, haben alle oben genannten Länder laut österreichischem Außenministerium die Sicherheitsstufe 2. Das bedeutet, dass eine Reise dorthin nur ein geringes Risiko mit sich bringt und eine Wiedereinreise nach Österreich ohne Probleme möglich ist, sofern ein 3G-Nachweis vorhanden ist. Außerdem entfallen hierbei die Registrierungspflicht sowie die Quarantäne. Besonders aufgepasst werden sollte beim Übertritt der slowenisch-kroatischen Grenze. Wie die "Wiener Zeitung" bereits berichtet hat, droht beim Umfahren von Staus eine saftige Strafe wegen "illegaler Einreise". Man sollte also tunlichst die offiziellen internationalen Grenzübergänge auf den Hauptrouten nutzen, trotz möglicher Wartezeit.