Wien/Berlin/Rom. Vom Flug direkt zur Testung: Für einige Reisende soll das schon bald in Österreich gelten. Rückkehrer aus Spanien, den Niederlanden und Zypern müssen nämlich einen PCR-Test an den Flughäfen machen lassen - wenn sie nicht vollimmunisiert sind oder gleich einen negativen PCR-Bescheid vorweisen. Die Flughäfen bereiten sich jedenfalls schon auf die Corona-Testungen vor.

Eine PCR-Testpflicht für alle Reiserückkehrer dürfte hingegen derzeit nicht geplant sein. Das signalisierte die Regierung nach ihrem Sommerministerrat in Reichenau am Mittwoch.

In Deutschland ist dies schon absehbarer, doch die Details sind noch ungeklärt. Das Kabinett in Berlin lässt den Start der geplanten generellen Corona-Testpflicht für ungeimpfte Urlauber bei der Einreise nach Deutschland vorerst offen. Die stellvertretende Sprecherin Ulrike Demmer nannte am Mittwoch in Berlin keinen Termin und wies auf noch laufende interne Abstimmungen hin. Regelungen für Reiserückkehrer stünden auch auf der Themenliste der Corona-Beratungen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am 10. August.

Geht es nach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, sollte das Tempo erhöht werden, wie er am Dienstag im ARD-Fernsehen klarstellte. Der Bund habe zugesichert, er werde bis zum 1. August alles probieren, um eine einheitliche Testpflicht einzuführen, "nicht nur für Flugreisen, sondern auch beispielsweise für alles, was auf normalem Autoweg oder Bahnweg kommt", erklärte Söder. Bereits jetzt müssen sich alle Flugpassagiere testen lassen. Bei anderen Transportwegen stellt sich allerdings die Frage, wie es kontrolliert wird.

Umgekehrt soll es in Großbritannien bald gewisse Lockerungen geben. So müssen sich ab 2. August vollständig geimpfte EU-Bürger nach der Einreise nicht mehr in Quarantäne begeben. Das gilt zunächst für Ankünfte in England.

EU-Kommission lobt Fortschritte

Für hitzige Debatten in etlichen Ländern sorgt unterdessen eine mögliche Impfpflicht. Während Regierungspolitiker in Österreich und Deutschland eine generelle Verpflichtung vorerst ausschließen, ist diese in einzelnen Bereichen durchaus denkbar - und teils Realität. In Italien beispielsweise wird derzeit über eine Impfpflicht für Schüler diskutiert. Dafür sprach sich der Verband der italienischen Schulleiter aus. Sollten nicht genügend Schüler immunisiert werden, sei der Präsenzunterricht im September nicht garantiert, warnte er.

Das Kabinett in Rom prüft derzeit die Einführung einer Impfpflicht für Lehrer, wie sie seit Mai für das Gesundheitspersonal gilt, berichtete Bildungsminister Patrizio Bianchi. Bisher sei rund 85 Prozent des Schulpersonals geimpft, aber mit regionalen Unterschieden. Eine Entscheidung über die Impfpflicht für Lehrer soll laut Medien noch diese Woche getroffen werden.

Zufrieden mit den Impfkampagnen hatte sich zuvor die EU-Kommission gezeigt. Nach ihren Angaben wird die Gemeinschaft ihr Ziel erreichen, bis Ende des Sommers 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung gegen das Coronavirus vollständig geimpft zu haben. Bereits jetzt hätten 70 Prozent der über 18-Jährigen ihre erste Dosis eines Vakzins erhalten, 57 Prozent der Erwachsenen seien vollständig immunisiert. Die regionalen Unterschiede dabei strich die Behörde aber nicht hervor. (reu/apa)