Italien diskutiert über die Einführung eines Impfzwangs, sollte die Herdenimmunität nicht erreicht werden. "Die Daten der nächsten Tage werden entscheidend sein, um eine Bilanz zu ziehen und Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel eine Impfpflicht", so die für die Regionen zuständige Ministerin Mariastella Gelmini in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Dienstagsausgabe).

Gelmini sprach sich vor allem für die Einführung der Impfpflicht für Beamte aus. "Eine solche Entscheidung obliegt jedoch dem Parlament. Wenn wir nicht 80 Prozent der Bevölkerung impfen, sehe ich keine Alternative", so die Ministerin.

Für die Einführung des Impfzwangs hatte sich am Montag bereits Gesundheitsstaatssekretär Pierpaolo Sileri ausgesprochen. In Italien besteht bereits eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal. Das Lehrerpersonal muss ab dem 1. September einen Grünen Pass vorweisen.

Lega dagegen

Gegen die Einführung einer Impfpflicht stemmt sich die mitregierende, rechte Lega-Partei. "In keinem europäischen Land gibt es eine Impfpflicht. Es ist nicht klar ist, warum Italien sie einführen sollte. Ich bin 48 Jahre alt und habe mich aus freien Stücken impfen lassen, nicht aus Zwang, aber Zwölf-, 13- und 14-Jährige müssen geschützt werden", sagte Lega-Chef Matteo Salvini.

13 Prozent der italienischen Bevölkerung haben noch keine einzige Dosis erhalten. In Italien wird über die Möglichkeit diskutiert, ab Herbst eine dritte Dosis für ältere und gebrechliche Menschen zu ermöglichen. (apa)


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