Weil die italienische Regierung am kommenden Mittwoch (1. September) die Regelungen zum Nachweis von Corona-Impfungen und -Tests ausgeweitet, ist es am Samstagnachmittag in mehreren Städten Italiens zu Kundgebungen gekommen. Proteste mit tausenden Teilnehmern gab es unter anderem in Rom, Mailand, Turin, Bologna und Neapel.

In Rom skandierten die auf dem Piazza del Popolo versammelten Demonstranten Parolen wie "Freiheit, Freiheit" und gegen die "Gesundheitsdiktatur". Sie kündigten Protestkundgebungen jeden Samstag bis zur Abschaffung des Grünen Passes an, den sie als Instrument der Regierung kritisierten, um auch Menschen zur Impfung zu zwingen, die von dem Vakzin nicht überzeugt seien.

Die Demonstranten auf den Plätzen beschimpften die Regierung von Premier Mario Draghi. Die Regierung hat eine Regelung gebilligt, wonach der Corona-Gesundheitspass für Passagiere in öffentlichen Verkehrsmitteln ab 1. September obligatorisch wird. Dies gilt für Inlandsflüge, Züge, Fernbusse und einige Fährverbindungen. Auch müssen Lehrer an Schulen sowie Lehrende und Studierende an Hochschulen den Pass vorweisen. Einige Gruppen von Impfgegnern kündigten für nächsten Mittwoch Protestaktionen auf 54 italienischen Bahnhöfen gegen die Pflicht zur Vorweisung des Grünen Passes an Bord von Langstreckenzügen an. Sie drohten damit, den Bahnverkehr im ganzen Land zu blockieren.

In Mailand versammelten sich am Samstag 3.000 Menschen auf dem Domplatz, um gegen die Anti-Corona-Restriktionen zu protestieren, teilte die Polizei mit. Laut den Organisatoren waren 30.000 Menschen an der Demonstration anwesend. Die Veranstalter riefen zu einer nationalen Großdemonstration am 25. September in Rom gegen die Restriktionen auf.

Seit dem 6. August ist in Italien für Restaurantbesuche im Innenbereich, in Kinos, Theater, Museen, Fitnessstudios und Schwimmbädern ein Impfnachweis, ein 48 Stunden lang gültiger negativer Coronatest oder ein Genesungsnachweis notwendig. Gastronomen beklagten Probleme mit der Kontrolle des QR-Codes des Grünen Passes. (apa)