Rund eine Woche nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten russischen Parlamentswahl haben Hunderte Menschen in Moskau gegen das Ergebnis protestiert. Nach Einschätzung eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur vor Ort versammelten sich am Samstagnachmittag mehr als 1000 Menschen auf dem zentralen Puschkin-Platz.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die Kommunistische Partei, die bei der Abstimmung am vergangenen Wochenende den zweiten Platz hinter der Kremlpartei Geeintes Russland belegt hatte.

Die Abgeordneten forderten unter anderem eine Nachzählung der online abgegebenen Stimmen, die nach Einschätzung der Opposition systematisch gefälscht worden sein sollen. Die russischen Behörden hatten zuvor vor einer Teilnahme an der nicht genehmigten Protestaktion gewarnt.

Polizei mit Großaufgebot vor Ort

Rund um den Puschkin-Platz war die Polizei mit einem großen Aufgebot vor Ort. An vielen Stellen waren Absperrgitter aufgestellt. Es standen viele Gefangenentransporter bereit. Anders als bei den Demonstrationen für die Freilassung des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny Anfang des Jahres waren weniger junge Menschen dem Aufruf gefolgt. Über Lautsprecher spielte die Polizei immer wieder Musik ab - womöglich, um so die Reden der Kommunisten zu stören.

Geeintes Russland hatte die dreitägige Abstimmung am vergangenen Wochenende mit 49,8 Prozent gewonnen. Auf dem zweiten Platz landeten die Kommunisten mit 18,9 Prozent. Sie gelten - wie alle anderen in der Duma vertretenen Kräfte - als recht kremlnah. Opposition und Wahlbeobachter beklagen massive Verstöße bei der Stimmenauszählung. (dpa)