In Berlin könnte demnächst eine Frau Regierende Bürgermeisterin werden. Bei der Abgeordnetenhauswahl in der deutschen Hauptstadt lieferten sich SPD und Grüne mit ihren Spitzenkandidatinnen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Beide Parteien lagen am Sonntag in Prognosen von RBB und ZDF nahezu gleichauf, wie die Sender nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr berichteten.

Die SPD mit Spitzenkandidatin Franziska Giffey kam demnach auf 21,5 bis 23 Prozent. Die Grünen mit Spitzenkandidatin Bettina Jarasch erreichten den Prognosen zufolge 22 bis 23,5 Prozent. Für die CDU sprachen sich laut den Prognosen 15 bis 17 Prozent der Wählerinnen und Wähler aus. Die Linke erreichte diesen ersten Zahlen zufolge 14 bis 14,5 Prozent, die AfD kam auf 6,5 bis 7 Prozent und die FDP auf 7,5 bis 8 Prozent.

Berlin bekommt Bürgermeisterin

Ob Giffey oder Jarasch die nächste Regierende Bürgermeisterin werden, war zunächst offen. Der bisherige Regierende Bürgermeister Michael Müller (ebenfalls SPD) war bei dieser Wahl nicht mehr angetreten und hatte stattdessen für den Bundestag kandidiert.

Er hatte die gut 3,7 Millionen Einwohner zählende deutsche Hauptstadt an der Spitze einer rot-rot-grünen Koalition aus SPD, Linken und Grünen regiert. Giffey hatte vor der Wahl offen gelassen, ob sie diese Koalition fortführen wolle, Jarasch sprach sich für die Fortsetzung aus.

Die 43-jährige Giffey hatte sich in der Hauptstadt schon als Bürgermeisterin des Problembezirks Neukölln einen Namen gemacht. Von 2018 bis zum Mai dieses Jahres war Giffey Bundesfamilienministerin. Wegen einer Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit trat sie zurück, der Doktortitel wurde ihr von der Freien Universität Berlin im Juni aberkannt.

Die aus Augsburg stammende 52-jährige Jarasch war eine Kompromisskandidatin innerhalb der Ökopartei. Sie war von 2011 bis 2016 Landesvorsitzende.

Berlin wurde erst einmal kurzzeitig von einer Frau regiert. Von 1947 bis 1948 stand die Sozialdemokratin Louise Schroeder (1887-1957) als amtierende Oberbürgermeisterin an der Spitze der Verwaltung.

Deutlicher Sieg der Sozialdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern

Nach dem sich abzeichnenden deutlichen Wahlsieg der SPD in Mecklenburg-Vorpommern sprach Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin Manuela Schwesig unterdessen von einem "wunderbaren Abend" gesprochen. "Das ist ein wunderbarer Abend für unser Land, für unsere SPD in Mecklenburg-Vorpommern", sagte Schwesig am Sonntagabend in Schwerin.

Sie bedankte sich "bei den Menschen in unserem Land". Sie habe die Unterstützung der Bürger "oft gespürt", in der Corona-Pandemie und als sie selbst an Krebs erkrankt war. "Ich freue mich, dass es bei der Wahl ein ganz klares Bürgervotum gibt für die SPD in Mecklenburg-Vorpommern", freute sich Schwesig.

Die SPD kam Prognosen von ARD und ZDF zufolge am Sonntag auf 37 Prozent bis 39 Prozent und baute ihre Position als stärkste Kraft im Landtag deutlich aus. Die AfD wurde mit 17 bis 18,5 Prozent erneut zweitstärkste Partei, musste allerdings Verluste hinnehmen.

Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Michael Sack rutschte laut Prognosen auf 14 Prozent ab und fuhr damit ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl seit 1990 ein. Die Linke erreichte zehn Prozent.

Die Grünen lagen in den Erhebungen bei sechseinhalb bis sieben Prozent, die FDP bei sechs bis sechseinhalb. Beide Parteien würde damit der Wiedereinzug in den Schweriner Landtag gelingen. Die Wahlbeteiligung lag laut ZDF-Prognose bei 73 Prozent. (apa, dpa, reuters)