Glasgow. Dänemark hat beim aktuellen Klimaschutz-Index CCPI die beste Bewertung erhalten und sich vor Schweden und Norwegen platziert. Einen "Stockerlplatz" gibt es erneut nicht: Kein Staat sei beim Klimaschutz vorbildlich genug, lautet das alljährliche Fazit von Germanwatch und NewClimate Institute zu den 61 größten Emittenten.

"Skandinavien zeigt der Welt, wie ambitionierter Klimaschutz funktioniert", heißt es in der am Dienstag auf der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellten Bewertung, in der vor allem die Fortschritte der nordischen Länder im Bereich erneuerbarer Energien und die gute Klimapolitik herausgestrichen werden.

Am Ende der Tabelle finden sich den Verbänden zufolge "die größten Bremser": Australien mit der schlechtestmöglichen Wertung 0,0 - noch hinter Brasilien und Algerien. Aber auch fünf EU-Staaten befinden sich bei der Klimapolitik in der untersten Kategorie "sehr schlecht": Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien und Tschechien. Mit Rang 36 findet sich aber auch Österreich bei den "Low Performers". Für Umweltministerin Leonore Gewessler wurde mit der ökosozialen Steuerreform und dem Klimaticket aber zumindest die Trendwende schon eingeleitet. "Leider hat es Österreich in den vergangenen Jahrzehnten nicht geschafft, die Emissionen zu reduzieren. Es ist dreißig Jahre lang viel zu wenig passiert", sagte Gewessler.

China, das mit Abstand die meisten Treibhausgase ausstößt, rutschte vier Plätze auf Rang 37 ab, in der Gesamtwertung wird das Riesenreich als "schwach" eingestuft. Die selbstgesteckten Ziele Pekings für 2030 seien weit entfernt von einem Pfad, der kompatibel mit den Pariser Klimazielen ist. Sehr gut hingegen sei der Trend bei den erneuerbaren Energien, hier liege das Land mit Rang 23 etwa noch vor Deutschland.

Beim zweitgrößten Emittenten, den USA, macht sich den Autoren zufolge das erste Jahr unter dem neuen Präsidenten Joe Biden positiv bemerkbar. Im Vorjahr noch Schlusslicht, kletterte Amerika nun in der Gesamtwertung um sechs Plätze auf Rang 55. Die Verbesserung sei aber ausschließlich auf die deutlich bessere Politikbewertung und das neue Klimaziel für 2030 zurückzuführen.