Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán ist auf dem 29. Kongress der ungarischen rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz am Sonntag mit 1.061 Stimmen erneut zum Parteivorsitzenden gewählt worden. Außerdem wurde auch über die vier Stellvertreter abgestimmt. Der Kongress fand mitten in der Ungarn dramatisch treffenden vierten Corona-Welle mit täglichen Opferzahlen von mehr als 100 auf dem Budapester Messegelände statt, kritisierte das Onlineportal "Varosikurir.hu".

Das Portal bezeichnete die Veranstaltung als "Show", an der außer 1.472 Delegierte auch 600 eingeladene Gäste wie Diplomaten, Wissenschafter, Künstler und Sportler, teilnahmen. Laut Fidesz-Kommunikationsdirektor István Hollik wurden auf dem Kongress alle Pandemievorschriften eingehalten.

Wieder Querschüsse gegen Brüssel

Im Mittelpunkt der Rede von Orbán standen außer Erfolgen und Zielen seiner Regierung die Brüsseler Bürokraten, die Migrationskrise, die Opposition und die anstehende Parlamentswahlen. Orban übte erneut Kritik an Brüssel, das reformiert werde müsse, "bevor es in Stücke zerfällt". Ungarn werde auch weiter seine Grenzen vor Migranten schützen und sich das Recht des Grenzschutzes nicht nehmen lassen. Orbán warf Brüssel erneut vor, es wolle sich anstatt von den großen internationalen multinationalen Umweltsündern die Kosten des Klimaschutzes von den Familien zahlen lassen.

Ungarn werde jedoch aus der Europäischen Union nicht austreten: "So leicht werden sie uns nicht los", betonte Orbán und verwies auf die Souveränität Ungarns, wo die Ehe aus Frau und Mann bestünde. Hinsichtlich der im Frühjahr 2022 anstehenden Parlamentswahlen betonte der Parteichef: "Die totale Linke, Brüssel und das ganze Heer von Soros stehen umsonst vor uns, denn gemeinsam werden wir auch die dickste Wand durchbrechen und erneut siegen."

Orbán hatte den Posten des Fidesz-Vorsitzenden von 1993 bis 2000 und seit 2003 inne. Er stimmte einer erneuten Kandidatur zu, da er sich "im besten Alter befindet", betonte Orbán. (apa)