Am Mittwoch dürfte erstmals seit Wochen wieder die Sieben-Tages-Inzidenz geringer ausfallen als am Tag davor. Die Gesundheitsagentur Ages weist für den 16. November mit 16.631 Infektionsfällen den bisher höchsten Tageswert auf, er fällt am Mittwoch aus der Sieben-Tages-Berechnung heraus. Seit dem 16. November fallen die Infektionszahlen, für den 22. November werden 11.109 Fälle angegeben.

Der Blick auf den Verlauf der effektiven Reproduktionszahl verrät auch, dass diese seit circa zwei Wochen abnimmt, allerdings nach wie vor über 1 liegt. Diese Zahl gibt an, wie viele Personen sich durchschnittlich von einem Infizierten anstecken. Liegt sie über 1, nehmen die Fallzahlen zu, liegt sie darunter, sinken diese. Diese wichtige epidemiologische Determinante reagiert aus Gründen ihrer Berechnung jedoch mit etwas Zeitverzug, die Inzidenz kann daher tagweise fallen, obwohl der Wert noch über 1 liegt.

Zahl der Erstimpfungen wieder im Fallen

In den Spitälern steigt die Zahl der kritisch Erkrankten weiterhin. Erst etwa zwei Wochen nach der Kehrtwende bei der Inzidenz ist zu erwarten, dass die Zahl der Intensivpatienten fällt. So lange dauert es in etwa von einer Infektion bis zur Aufnahme auf einer Intensivstation. Speziell in Salzburg und Oberösterreich ist die Lage aber weiterhin sehr kritisch. Es ist anzunehmen, dass die Maximalwerte der Belegung vergangener Wellen hier übertroffen werden. In Wien nicht, hier lagen zuletzt 116 Personen auf einer Intensivstation, im Frühling waren es rund doppelt so viele.

Sollte es am Mittwoch tatsächlich zur ersten Abnahme der Fallzahlen seit Wochen kommen, ließe sich dies aber noch nicht auf den seit Montag geltenden Lockdown zurückführen, zumal die Auswertung der PCR-Ergebnisse nach wie vor in einigen Bundesländern verzögert sind.

Vor allem seit dem Lockdown für Ungeimpfte (15. November) ist eine doch deutliche Abnahme der Mobilität zu bemerken. Die Zahl der Erstimpfungen nimmt jedoch wieder ab. Am Montag wurden deren 8.700 verabreicht. Am Montag vor einer Woche waren es fast doppelt so viele.(sir)