Nach ihrer Wahl zur Ministerpräsidentin und dem Rücktritt noch am selben Tag hat die schwedische Sozialdemokratin Magdalena Andersson aller Voraussicht nach die Unterstützung für eine abermalige Kandidatur beisammen. Die 54-Jährige benötigt wie schon bei der ersten Abstimmung im Stockholmer Reichstag am Mittwoch eine Parlamentsmehrheit, die sich nicht gegen sie ausspricht. Nach Grünen und Zentrumspartei signalisierte auch die Linke, Andersson wieder tolerieren zu wollen.

Man werde sich in einer neuen Abstimmung enthalten, schrieb Linken-Chefin Nooshi Dadgostar auf Facebook. Schweden hatte am Mittwoch einen denkwürdigen Tag erlebt: Erst wurde die bisherige Finanzministerin in der Früh als erste Frau zur Ministerpräsidentin gewählt. Statt ihres Haushalts wurde am Nachmittag dann jedoch ein Budget-Vorschlag mehrerer Oppositionsparteien gebilligt, der mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten ausgehandelt worden war. Darauf erklärten die Grünen, die Regierung mit den Sozialdemokraten zu verlassen. Andersson trat dann nur wenige Stunden nach ihrer Wahl zurück.

Parlamentspräsident Andreas Norlén spricht nun mit den Parteispitzen darüber, wie es weitergeht. Am Donnerstagnachmittag wollte er sich näher dazu äußern. Andersson hat signalisiert, dass sie sich nochmals zur Wahl stellen möchte und dann mit einer rein sozialdemokratischen Minderheitsregierung antreten will. Ein neues Votum könnte Anfang kommender Woche stattfinden. (apa/dpa)