Die französischen Republikaner haben mit der internen Vorwahl ihres Präsidentschaftskandidaten begonnen. Etwa 140.000 Parteimitglieder sind seit Mittwoch aufgerufen, sich für eine oder einen der Kandidaten zu entscheiden. Als Favorit gilt der ehemalige Arbeitsminister Xavier Bertrand. Er liegt in Umfragen knapp vor der Regionalpräsidentin von Ile-de-France, Valérie Pécresse. Auch der ehemalige Brexit-Verhandler der EU, Michel Barnier, ist Kandidat der Vorwahl.

Nach den jüngsten Umfragen hat keiner der Konservativen derzeit eine Chance, bei der Präsidentenwahl in die Stichwahl zu kommen. Amtsinhaber Emmanuel Macron, der seine Kandidatur noch nicht erklärt hat, würde demnach erneut in der zweiten Runde gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen antreten.

Seit Dienstag ist es im rechten Lager noch etwas voller geworden: Der rechtsextreme Publizist Eric Zemmour hat nun auch wie erwartet seine Kandidatur erklärt. Er könnte sowohl Le Pen als auch dem konservativen Kandidaten Stimmen abnehmen.

Bekanntgabe am Samstag

Der Kandidat der Republikaner soll am Samstag bekannt gegeben werden. Bei der vorherigen Präsidentschaftswahl 2017 hatten mehrere rechte Parteien eine offene Vorwahl organisiert, an der jeder teilnehmen konnte, der sich als Sympathisant erklärte und zwei Euro zahlte. Damals hatten sich vier Millionen Wähler beteiligt. Der Sieger François Fillon galt zeitweise als Favorit der Präsidentschaftswahl, stolperte jedoch über mehrere Skandale und endete mit 20 Prozent hinter Macron und Le Pen.