Vier Wochen vor der Parlamentsneuwahl in Portugal hat Ministerpräsident António Costa eine Erhöhung des monatlichen Mindestlohns beschlossen, die er als die "höchste aller Zeiten" bezeichnete. "Rund 880.000 Arbeitnehmer werden ab heute von der Erhöhung des nationalen Mindestlohns auf 705 Euro profitieren", schrieb der sozialistische Politiker am Sonntag auf Twitter. Es handle sich "um eine Erhöhung um 40 Euro, die höchste aller Zeiten" in Portugal, versicherte er.

Auf die Stunde umgerechnet liegt der neue Mindestlohn in Portugal damit bei annähernd rund 4,40 Euro. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ist zum 1. Jänner auf 9,82 Euro je Stunde gestiegen. Bisher lag er bei 9,60 Euro. Zum 1. Juli 2022 gibt es eine weitere Erhöhung auf dann 10,45 Euro. In Österreich sind Mindestlöhne bzw. Mindestgehälter in den Kollektivverträgen geregelt, von denen fast alle Arbeitnehmer erfasst sind. Einen gesetzlichen Mindestlohn wie in 21 Mitgliedsländern gibt es hingegen nicht.

In den sechs Jahren seit seiner Amtsübernahme Ende 2015 sei der Mindestlohn um 40 Prozent gestiegen, sagte Costa. Der Regierungschef gab zudem das Inkrafttreten von mehr Sozialschutz und Arbeitsrechten für Kulturschaffende bekannt. Es gehe um soziale Gerechtigkeit. Costa bekräftigte das Ziel, 2023 einen gesetzlichen Mindestlohn von 750 Euro pro Monat zu haben.

Nach der Ablehnung des Budgetentwurfs der linken Minderheitsregierung durch das Parlament hatte Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa Anfang November eine Neuwahl des Parlaments für den 30. Jänner ausgerufen. (APA/dpa)