Der italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi verzichtet auf seine Kandidatur für das Präsidentenamt. Am Ende eines Online-Gipfeltreffens der Mitte-Rechts-Parteien kündigte der 85-Jährige seinen Beschluss an, auf eine Bewerbung zugunsten einer anderen Persönlichkeit zu verzichten, die er demnächst bekanntgeben wolle, verlautete aus Kreisen um den Medientycoon an Samstag.

Berlusconi erklärte, er mache einen Schritt zurück im Namen der Einheit des Landes. Er werde bald einen Kandidaten vorschlagen, der den größtmöglichen Konsens im Parlament erreichen könne, hieß es.

Berlusconi sprach sich für den Verbleib von Mario Draghi als Premier aus. Dies sei notwendig, um Italien politische Stabilität zu sichern. Damit sprach sich der TV-Zar und Chef der in Rom mitregierenden Forza Italia gegen die Kandidatur Draghis zum Präsidenten anstelle Sergio Mattarellas aus, dessen siebenjährige Amtszeit am 3. Februar ausläuft.

1.000 Abgeordnete und regionale Delegierte wählen ab Montag den neuen italienischen Staatspräsidenten. Die Wahl in geheimer Abstimmung könnte sich über mehrere Tage hinziehen. Für die ersten zwei Wahlgänge ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Danach genügt eine einfache Mehrheit. Die langwierigste Wahl war die von Giovanni Leone im Jahr 1971, bei der es 23 Wahlgänge gab. (apa)