Im Anlauf zur Präsidentschaftswahl in Frankreich im April wächst die Sorge der beiden rechten Parteien, dass sie nicht die nötigen Unterstützungserklärungen für eine Kandidatur zusammenbekommen. Sowohl die Anwärterin des rechten Rassemblement National, Marine Le Pen, als auch der extrem rechte Éric Zemmour, sagten am Sonntag, dass sie noch nicht die nötige Anzahl zusammen hätten. Dafür bleibt Zeit bis zum 4. März.

Am 10. und 24. April wird in Frankreich der nächste Präsident oder die nächste Präsidentin gewählt. Jeder Kandidat muss 500 Unterstützer aus dem Kreis bestimmter Volksvertreter vorweisen können, um bei der Wahl antreten zu dürfen. Das können etwa Abgeordnete, Senatoren, Bürgermeister und Regionalräte sein. Vor allem für Politiker kleiner Parteien ist es teils schwierig, ausreichend Unterstützer zu finden.

Rechte buhlen um Unterstützer

"Wir haben die Unterstützungserklärungen nicht. Das ist eine demokratisch erschreckende Situation. Ich war noch nie so besorgt. Mir fehlen etwa fünfzig Patenschaften", sagte Le Pen dem Sender France Inter. Auch Publizist Zemmour äußerte sich im Interview mit Europe 1 besorgt. "Ich habe keine Sicherheit, das ist sehr schwer, wir hängen stundenlang am Telefon, um die Bürgermeister zu überzeugen." Im Moment habe er erst 291 Unterstützerstimmen.

Lange Zeit war Le Pen das bekannte Gesicht des rechten Lagers und galt als dessen einzige ernst zu nehmende Anwärterin auf das höchste Staatsamt. Doch seit Verkündung seiner Kandidatur bringt Zemmour Le Pen in Bedrängnis. Er spricht mit noch radikalerer Rhetorik ähnliche Themen an und buhlt um dieselben Wählerschichten. Zudem warb er schon mehrere Köpfe ihrer Partei ab und erhielt in Umfragen mit rund 15 Prozent zuletzt ähnlich viel Unterstützung wie Le Pen. (apa, dpa)