Die Europäische Union hat der Ukraine bisher 1,5 Milliarden Euro an Militärhilfe zukommen lassen. Darauf verwies EU-Ratspräsident Charles Michel in Kiew. "Heute in Kiew", schrieb der Belgier am Mittwochmorgen auf Twitter: "Im Herzen eines freien und demokratischen Europas." Michel stattete dem zerstörten Kiewer Vorort Borodjanka einen Besuch ab; auch ein Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj war angesetzt.

Michel fuhr gemeinsam mit der ukrainischen Vize-Premierministerin Olha Stefanischyna nach Borodjanka. "Die Geschichte wird nicht die Kriegsverbrechen vergessen, die hier begangen wurden", schrieb er in einem weiteren Tweet mit Fotos, auf denen er neben zerbombten Gebäuden zu sehen ist. Das rund 30 km vom Kiewer Zentrum liegende Städtchen war von den russischen Streitkräften durch Beschuss weitgehend zerstört worden, zahlreiche Zivilisten starben.

Präsident Selenskyj meinte nach dem Ende März erfolgten Abzug der russischen Truppen, die Gräueltaten in Borodjanka seien "noch schrecklicher" gewesen als jene im nahe gelegenen Butscha. Dort waren offenbar zahlreiche Zivilisten von den Russen erschossen und ihre Leichen auf der Straße liegengelassen worden.

Seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine am 24. Februar haben bereits mehrere Staats- und Regierungschefs Selenskyj besucht, darunter auch der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell waren vor rund eineinhalb Wochen nach Kiew gereist, um der Ukraine die Unterstützung der Europäischen Union im Kampf gegen die russische Invasion zu bekräftigen.  (reu/dpa/apa)