Nach fast einem Jahr soll der serbisch-kosovarische Normalisierungsdialog am Mittwochabend einen neuen Impuls erhalten. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic und der kosovarische Premier Albin Kurti sollen bei einem "informellen Abendessen" in Berlin zusammentreffen. Zugegen soll auch der EU-Beauftragte für den Westbalkan, Miroslav Lajcak, sein, der derzeit im Normalisierungsdialog vermittelt.

Das überraschende Treffen wurde laut Medienberichten vom deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz erst kürzlich in die Wege geleitet. Er soll am Nachmittag auch separate Gespräche sowohl mit Kurti als auch mit Vucic führen.

Dialog läuft seit 2011

Der EU-vermittelte Normalisierungsdialog zwischen Serbien und dem Kosovo läuft schon seit 2011. Das bisher wichtigste Resultat war die im Jahr 2013 erzielte Brüsseler Vereinbarung, die allerdings nicht vollkommen umgesetzt wurde. Vucic und Kurti waren zuletzt am 19. Juli 2021 zusammengekommen, als auch eine Intensivierung der Gespräche vereinbart worden war.

Serbien lehnt es nach wie vor ab, die im Jahr 2008 verkündete Unabhängigkeit des Kosovo, seiner ehemaligen Provinz, anzuerkennen. Moskau ist dabei der wichtigste Verbündete Belgrads in seiner Haltung. Der EU-Beitrittskandidat Serbien weigert sich, sich den aktuellen EU-Sanktionen gegen Moskau anzuschließen, hat allerdings den Angriff auf die Ukraine verurteilt. (apa)