Die EU-Länder haben nach tagelangen Verhandlungen noch keine Einigung über ein Öl-Embargo gegen Russland erzielt. Es werde noch an Garantien für die Versorgungssicherheit bestimmter Länder gearbeitet, die in Bezug auf die Öl-Versorgung durch Pipelines aus Russland in einer besonderen Situation seien, teilten die französische Ratspräsidentschaft und die EU-Kommission am Sonntag mit. In den vergangenen Tagen seien wichtige Fortschritte erzielt worden.

Die EU-Kommission hatte zuvor vorgeschlagen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien noch mehr Zeit einzuräumen, um den Lieferstopp vollständig umzusetzen. Mehreren Ländern ging der Vorschlag allerdings nicht weit genug. Sie forderten weitere Zugeständnisse - mehr Zeit, aber auch finanzielle Unterstützung. Unter anderem Bulgarien will ebenfalls eine Ausnahmeregelung.

Aus diplomatischen Kreisen hieß es, dass weiter an technischen Lösungen für die betroffenen Länder gefeilt werde. Damit das Sanktionspaket umgesetzt werden kann, müssen alle Länder zustimmen. Gespräche auf allen Ebenen würden Anfang der Woche fortgeführt, um das Sanktionspaket so schnell wie möglich anzunehmen, hieß es am Sonntag.

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) zeigte sich am Sonntagabend nach einer Messe im Wiener Stephansdom überzeugt, dass es ein sechstes EU-Sanktionspaket mit einem Ausstieg aus russischen Öllieferungen geben werde. Die diesbezüglichen Verhandlungen seien jedoch nicht in der Öffentlichkeit, sondern im zuständigen Rat zu führen, sagte er. Konkrete Frist für die nötige Einigung aller EU-Mitgliedstaaten wollte er keine nennen. Der Minister sprach jedoch davon, dass auch am Wochenende diesbezügliche Gespräche liefen.  (apa, dpa)