Frankreich droht Belarus mit weiteren Sanktionen, sollte sich das Land verstärkt im Ukraine-Krieg engagieren. Das sagt Außenministerin Catherine Colonna am Dienstag dem französischen Hörfunk. Polen riet unterdessen seinen Bürgern angesichts der zunehmenden Spannungen von Reisen nach Belarus ab. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte am Montag erklärt, es würden belarussische Truppen zusammen mit russischen in der Nähe zur Ukraine stationiert.

Die Äußerungen Lukaschenkos, der seit 1994 in Belarus an der Macht und eng mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbündet ist, deuten auf eine mögliche weitere Eskalation des Krieges hin. Möglicherweise könnte eine gemeinsame russisch-belarussische Streitmacht im Norden der Ukraine aufgebaut werden. Lukaschenko warf den Nachbarländern Litauen, Polen und Ukraine zudem die Ausbildung belarussischer "Radikaler" zur Ausführung von Terroranschlägen vor. 

Polen rät von Reisen nach Belarus ab

Mit Blick auf die wachsende Spannungen rät Polen seinen Bürgern von Reisen ins Nachbarland Belarus ab. Zuletzt habe es dort mehrfach Festnahmen polnischer Bürger gegeben, teilte das Außenministerium in Warschau mit. "Wenn sich die Situation verschlimmert, die Grenzen geschlossen werden und unerwartete Situationen auftreten, könnte die Evakuierung schwierig werden."

Polnischen Bürgern, die sich derzeit in Belarus aufhalten, rät das Ministerium zur Ausreise. In Belarus, das zehn Millionen Einwohner hat, wird die polnische Minderheit auf knapp 300.000 Menschen geschätzt. Das EU- und NATO-Land Polen hat eine 418 Kilometer lange Grenze mit dem autoritär regierten östlichen Nachbarn. (apa)