Wien. Nicht nur in Österreich lässt der Wolf die Wogen hochgehen, auch auf EU-Ebene: Das EU-Parlament hat am Donnerstag im Plenum in Straßburg eine rechtlich nicht-bindende Resolution zu dem umstrittenen Tier verabschiedet, in der die Mehrheit der EU-Abgeordneten unter anderem eine "Abschwächung des Schutzstatus" fordert. Während die Konservativen und Rechten sich zufrieden zeigten, kam seitens der Grünen scharfe Kritik.

Nach Wunsch der EU-Abgeordneten soll es einfacher werden, den Wolf zu schießen. Dies würde der Erhaltungszustand des Wolfs auf gesamteuropäischer Ebene rechtfertigen, wie das EU-Parlament mitteilte. Die EU-Mandatare fordern die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten außerdem auf, "wissenschaftlich zu ermitteln, welche Präventivmaßnahmen am besten geeignet sind, um Angriffe zu reduzieren". Auch pochen sie auf ausreichende Gelder für Präventivmaßnahmen.

Freude herrschte unter den EU-Abgeordneten der ÖVP. Von einem "klaren Erfolg für die heimische Landwirtschaft" sprach ÖVP-Landwirtschaftssprecherin Simone Schmiedtbauer in einer Aussendung. "Damit hat die Stimme der Vernunft und der Wissenschaft gesiegt." Ihren Angaben nach nahmen die Wolfsattacken im vergangenen Jahr um 230 Prozent zu: "Die damit einhergehenden Verluste, emotionalen Belastungen und das große Tierleid durch Wolfsangriffe werden in dem heute beschlossenen Text endlich anerkannt", so Schmiedtbauer.

Der freiheitliche EU-Abgeordnete Roman Haider begrüßte die Entschließung."Zusammen mit der Aufforderung der 17 Mitgliedsstaaten bei der letzten Ratssitzung, die in die gleiche Richtung geht, steigt damit der Druck auf die Kommission, endlich tätig zu werden", betonte Haider in einer Aussendung. Erfreut reagierte auch der Verband Jagd Österreich, dessen Präsident Josef Pröll sich zuversichtlich zeigte, dass die EU-Kommission den absoluten Schutzstatus des Wolfes überdenken wird.

Kritik der Grünen

Kritik an der Resolution übte der grüne Europaabgeordnete Thomas Waitz. "Es geht der ÖVP und den konservativen Parteien nicht um eine gemeinsame Suche nach Lösungen für die Bergbäuer*innen und die Almwirtschaft, sondern um Panikmache und eine Schwächung von Naturschutz", kritisierte Waitz. Ein Aufschnüren der entsprechenden Richtlinie "gefährdet nicht nur den Schutzstatus vieler Tierarten in Europa, sondern auch andere Naturschutz-Errungenschaften wie die Natura 2000 Gebiete".

Auch Tierschutz Austria ist mit der Resolution nicht einverstanden. Der Abschuss von Problemwölfen sei faktisch nicht umsetzbar, so Tierschutz-Austria-Präsidentin Madeleine Petrovic.