Peking/Mailand/Washington. Nach dem Ende der Null-Corona-Politik können Chinesen bald wieder Urlaub im Ausland machen. Wie die Nationale Einwanderungsbehörde mitteilte, sollen Chinesen, die ins Ausland reisen wollen, ab dem 8. Jänner wieder Pässe beantragen können. China hatte die Ausgabe neuer Reisedokumente kurz nach dem Beginn der Pandemie eingestellt. In der Regel wurden nur noch dringende Geschäftsreisen und Auslandsaufenthalte zu Studienzwecken genehmigt.

Jetzt hat in China ein Ansturm auf Flugtickets eingesetzt. Auch die Lufthansa-Tochter AUA fliegt China jetzt wieder öfter an.

Die Pekinger Gesundheitskommission hatte bereits am Montag mitgeteilt, dass die Gefahrenstufe des Coronavirus ab dem 8. Jänner abgesenkt und damit auch die Quarantäne bei der Einreise nach China entfallen werde. Zuletzt wurden Reisende noch für mindestens fünf Tage in einem Hotelzimmer isoliert und streng überwacht. Zeitweise war sogar eine Einreise-Quarantäne von 21 Tagen vorgeschrieben. Das Virus verbreitet sich allerdings nach dem Ende der Null-Covid-Politik Anfang Dezember aktuell rasend schnell. Nach offiziell unbestätigten internen Schätzungen haben sich allein in den ersten drei Dezember-Wochen 248 Millionen Menschen oder 18 Prozent der Bevölkerung mit Corona infiziert. Krankenhäuser sind überfüllt.

Der Flughafen Mailand Malpensa hat deshalb damit begonnen, Passagiere aus China auf das Coronavirus zu testen. Jeder zweite Passagier aus China wurde positiv auf das Coronavirus getestet, teilten die Mailänder Behörden mit. PCR-Tests wurden am Mittwoch auch auf dem römischen Flughafen Fiumicino für Reisende aus China eingeführt.

Für Österreich sei eine entsprechende Maßnahme derzeit nicht geplant, man beobachte aber die Lage, hieß es auf Anfrage aus dem Gesundheitsministerium. Zudem befinde man sich im Austausch mit den verschiedenen EU-Behörden.

Die USA erwägen Regierungsangaben zufolge ebenfalls Corona-Maßnahmen für Reisende aus China. Die Besorgnis über den anhaltenden Anstieg der Corona-Infektionen in China und den Mangel an transparenten Daten sei groß, so US-Regierungsbeamten. Japan, Indien und Malaysia haben bereits verschärfte Vorschriften für Reisende aus China angekündigt.

Offizielle chinesische Statistiken weisen nur einen einzigen Toten im Zusammenhang mit dem Virus in den sieben Tagen bis Montag aus, was bei Gesundheitsexperten Zweifel an den Angaben der Regierung schürt. Die Zahlen stimmen nicht mit den Erfahrungen überein, die weit weniger bevölkerungsreiche Länder nach ihrer Wiedereröffnung gemacht haben.

Künftig müssen Reisende in China nur noch einen negativen Corona-Test vor dem Abflug nach China vorlegen. Weitere Tests nach der Ankunft sollen entfallen.

Die Volksrepublik hat am 7. Dezember sehr abrupt das Ende seiner seit drei Jahren bestehenden Null-Covid-Politik verkündet. Die Kehrtwende in der Corona-Politik wurde damit begründet, dass die Infektionen mit den neuen Omikron-Varianten nicht mehr so schwer verlaufen würden.