Brüssel. Vertreter der EU-Staaten wollen am Mittwoch über ein einheitliches Vorgehen in ihrer Reaktion auf die Coronavirus-Welle in China beraten. Dies teilte die amtierende schwedische Ratspräsidentschaft am Montag in Brüssel mit. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie mit Einreisenden aus China umgegangen werden soll. Die französische Regierung hatte die anderen EU-Staaten am Sonntag aufgefordert, aus China kommende Reisende auf eine Infektion mit dem Virus testen zu lassen.

Verkehrsminister Clement Beaune begründet seine Forderungen damit, das Passagiere aus China über den Umweg über andere Länder ungetestet nach Frankreich einreisen könnten. "Darum müssen wir uns abstimmen, damit wir effektiver sein können." An französischen Flughäfen werden Einreisende aus China bereits generell auf das Virus getestet. Auch Italien und Spanien haben mit entsprechenden Regelungen reagiert.

Warnung vor Auswirkungen auf Lieferketten

Österreich sieht dazu bisher keine Veranlassung. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) plädierte am Montag am Rande eines Besuchs des indischen Außenministers Subrahmanyam Jaishankar in Wien aber für ein konzertiertes Vorgehen der EU in dieser Frage. "Der Großteil der EU-Staaten hat keine Regelungen. Ich glaube, das ist auch momentan nicht notwendig", sagte er.

Die deutsche Ulrike Malmendier warnte vor den wirtschaftlichen Folgen der neuen Welle in China und drängt auf einen Notfallplan. "Wenn die chinesischen Häfen und Fabriken geschlossen werden, weil fast alle Beschäftigten krank sind, zieht das dramatische wirtschaftliche Folgen nach sich", sagte die Ökonomin von der US-Universität Berkeley dem deutschen "Handelsblatt". Nach ihrer Ansicht würden dann die Lieferketten wieder zusammenbrechen und damit die Preise für Rohstoffe und Vorprodukte enorm in die Höhe treiben.

Die Regierung in Peking hatte Anfang Dezember unter dem Druck von Protesten und einer schwächelnden Wirtschaft eine abrupte Abkehr von ihrer strikten Null-Covid-Politik verkündet. Seitdem rollt eine Corona-Welle durch das Land mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern. (apa)