Bei der Präsidentenwahl in Tschechien kommt es in zwei Wochen zu einer Stichwahl zwischen dem früheren Regierungschef Andrej Babis und dem ehemaligen Generalstabschef Petr Pavel. Bei der ersten Wahlrunde, die am Samstag zu Ende ging, lieferten sich die beiden ein knappes Rennen. Nachdem zunächst Babis in Führung gelegen war, führte nach der Auszählung von 99,9 Prozent der Wahllokale schließlich Pavel mit 35,4 Prozent knapp vor Babis mit 35,0 Prozent.

Die Zeit spielte dabei für den früheren Nato-General, da die Wahllokale in den größeren Städten des Landes, die tendenziell eher skeptisch gegenüber dem populistischen Ex-Premier und milliardenschweren Unternehmer Babis eingestellt sind, zuletzt ausgezählt wurden.

Überraschend weit abgeschlagen auf Platz drei landete die dritte Favoritin der Abstimmung, Danuse Nerudová. Die Ökonomin kam nur auf knapp 14 Prozent der Stimmen. Die übrigen fünf Kandidaten blieben erwartungsgemäß unter der Zehn-Prozent-Marke. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 68 Prozent.

"Es wird eine große Herausforderung und ich mag Herausforderungen", betont Babis' Konkurrent Petr Pavel, ein ehemaliger Nato-General. 
- © apa / afp / Michal Cizek

"Es wird eine große Herausforderung und ich mag Herausforderungen", betont Babis' Konkurrent Petr Pavel, ein ehemaliger Nato-General.

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Pavel warnt vor Babis

Pavel sagte in einem ersten Kommentar, er freue sich, in der Stichwahl gegen Babis anzutreten. "Es wird eine große Herausforderung und ich mag Herausforderungen", betonte der ehemalige Nato-General. Es stelle sich nun die Frage, ob die Wähler den "leeren Versprechen" des früheren Regierungschefs glauben schenken oder sich eine Veränderung wünschen würden.

Pavel warnte vor einer Wahl des milliardenschweren Unternehmers zum Präsidenten als einer Gefahr des Populismus und einer "Abkehr der Demokratie vom pro-westlichen und europäischen Kurses". Tschechien würde irgendwo an die Grenze zwischen dem Westen und Osten geraten, "was uns sehr schaden würde", sagte Pavel. Gemäß früheren Umfragen werden dem 61-Jährigen größere Chancen auf einen Sieg in der Stichwahl als Babis zugerechnet.

Der Chef der populistischen Partei ANO und Milliardär Babis amtierte von 2017 bis 2021 als Regierungschef im Nachbarland. Die Parlamentswahl im Vorjahr verlor der umstrittene Unternehmer knapp gegen das nun regierende Mitte-Rechts-Bündnis.

Die Stichwahl findet am 27. und 28. Jänner statt. Die Amtszeit des amtierenden Präsidenten Milos Zeman endet Anfang März. (apa)