Vor dem gemeinsamen Ministertreffen in Paris hat Kanzler Olaf Scholz die deutsch-französische Freundschaft gewürdigt. Über Jahrhunderte sei das Verhältnis beider Länder "geprägt von Krieg und Zerstörung, von tiefem Misstrauen" gewesen, erklärte der SPD-Politiker in einer am Samstag in Berlin veröffentlichten Videobotschaft.

Sechzig Jahre nach der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags, die sich am Sonntag jährt, könne man das ursprüngliche Friedensprojekt hingegen als vollendet bezeichnen, so Scholz. "Deutschland und Frankreich sind Freunde und enge Partner. Heute geht es um das europäische Friedensprojekt in der Zeitenwende – um unsere Werte, die wir erhalten, verteidigen – und stärken wollen."

Der Elysée-Vertrag besiegelte 18 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Freundschaft der früher verfeindeten Länder. Frankreich habe den Deutschen damals die Hand zur Versöhnung gereicht, betonte der Kanzler.

"Werden Ukraine weiter unterstützen"

Beide Länder seien unverändert gemeinsam gefordert, sagte Scholz. Der Imperialismus des russischen Präsidenten Wladimir Putin werde nicht siegen. "Wir lassen nicht zu, dass Europa zurückfällt in eine Zeit, in der Gewalt die Politik ersetzt. Wir werden die Ukraine weiter unterstützen. Gemeinsam. Zur Verteidigung unseres europäischen Friedensprojektes." Für das gemeinsame Handeln sei er auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sehr dankbar.

Inzwischen sei die Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich selbstverständlich geworden, sagte Scholz. "Da geht es um Urlaub, Schüleraustausch, Gastsemester, Städte-Partnerschaften und ausgeprägte Geschäftsbeziehungen der beiden Nachbarländer."

Scholz erklärte, er freue sich darauf, am Sonntag gemeinsam mit seinem Kabinett nach Paris zu reisen. Das Treffen war ursprünglich für Oktober geplant, dann aber abgesagt worden.