Den Angaben zufolge kam am Sonntag ein Schiff aus Libyen mit fast 300 Menschen an Bord auf Lampedusa an, ein weiteres mit ebenfalls rund 300 Menschen wurde 20 Kilometer südlich der Insel geortet. Seit Jahresbeginn trafen auf der italienischen Insel zwischen 25.000 und 30.000 Menschen aus Nordafrika ein, vor allem aus Libyen und Tunesien.

EU: Grenzkontrollen möglich, Beratung am 12. Mai

Unterdessen nannte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso vorübergehende Grenzkontrollen "eine Möglichkeit". In einem Brief an den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, den Barrosos Büro am Sonntag veröffentlichte, hieß es, dafür müssten Kriterien festgelegt werden. Barroso verwies darauf, dass EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström bis Mittwoch Formulierungen dazu vorlegen werde, die dann am 12. Mai von den EU-Innenministern beraten werden sollen.

Schengen teilweise aufheben

Als Reaktion auf die Ankunft tausender Flüchtlinge aus Nordafrika hatten sich Italien und Frankreich auf die Forderung geeinigt, zumindest zeitweilig wieder Grenzkontrollen in Europa zu ermöglichen. Die Schengen-Vereinbarung gilt als Kernstück des europäischen Zusammenwachsens: Derzeit gehören mit dem kürzlich aufgenommenen Liechtenstein 26 Länder dem Schengen-Raum an. Die 400 Millionen Einwohner dürfen sich ohne Passkontrollen von Italien bis Norwegen und von Portugal bis Polen bewegen. (APA/AFP)