Zuletzt war es der Skandal um windige Immobiliengeschäfte eines Klosters in der autonomen Mönchsrepublik Berg Athos, der für Schlagzeilen sorgte. Der Abt und die Brüder des Klosters Vatopaidion auf der Halbinsel Chalkidiki sollen laut Medien ihre Verbindungen zur Regierung Karamanlis genutzt haben, um einen See, der ihnen nach eigenen Angaben vor knapp 1000 Jahren vom byzantinischen Kaiserreich vermacht worden sein soll, gegen Grundstücke bei Athen und andere touristisch entwickelte Regionen zu tauschen. Dabei hätten sie üppige Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe eingestrichen. Als Drahtzieher gilt Staatsminister und Regierungssprecher Theodoros Roussopoulos, ein Vertrauter und Berater des Ministerpräsidenten. Er soll dem Abt des Klosters Vatopaidion, Efraim, eng verbunden sein.

Schiefe Optik

Der Vorfall ist der letzte in einer ganzen Reihe von Skandalen binnen weniger Monate. Im Dezember 2007 musste der Sozialminister zurücktreten, weil er ein aus Indien stammendes Ehepaar in seinem Ferienhaus schwarz beschäftigte. Im September nahm der Schifffahrtsminister den Hut, nachdem bekannt geworden war, dass er im Ausland Immobilienfirmen unterhielt, um die Grundsteuern in Griechenland zu umgehen.

Der als "Saubermann" angetretene Karamanlis geriet immer stärker unter Zugzwang. Am Mittwoch ordnete er die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses an. Doch der Opposition reicht das nicht mehr: Sie verlangt, dass sich die in Misskredit geratenen Ressortchefs vor einem Sondergericht verantworten.