Prag. Der mutmaßliche norwegische Terrorattentäter Anders Behring Breivik hat in seinem Manifest die Nachkriegsvertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei gelobt. Diese könnte als Beispiel für die Lösung der Probleme mit den moslemischen Immigranten in den westlichen Ländern dienen, zitierten die tschechische Tageszeitung "Lidove noviny" (Montag-Ausgabe) die Auffassungen von Breivik.

"Es ist möglich, dass die westlichen Länder mit vielen Immigranten die Benes-Dekrete aus der Tschechoslowakei nachahmen werden. Dort gab es viele Sudetendeutsche als eine fünfte Kolonne ohne jegliche Loyalität zum Staat. Die tschechische Regierung hat sie deswegen aus dem Land vertrieben", schrieb Breivik.

Der Norweger steht auch den EU-kritischen Aussagen des tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus nahe. Breivik stellt die EU einem totalitären Staat gleich und kritisiert ihre "Offenheit" gegenüber dem Islam. Dabei beruft er sich auf den tschechischen Präsidenten. "Vaclav Klaus, konservativer Präsident der Tschechischen Republik, beschwerte sich einmal: 'Jedes Mal, wenn ich eine Regulierung zu beseitigen versuche, die wie aus der sowjetischen Ära aussieht, wird mir gesagt, dass es eine Forderung der EU-Kommission ist'", zitiert Breivik Klaus.

"Klaus hat darauf aufmerksam gemacht, dass die EU immer schneller die Zahl der Seiten ihrer Richtlinien erweitert, die fast alle Aspekte des Menschenlebens betreffen", so Breivik. Klaus zeigte sich in seiner offiziellen Reaktion auf den Terror in Norwegen "tief erschüttert" und verurteilte ihn scharf. Es handle sich um "barbarische Methoden und Taten, die man mit nichts rechtfertigen kann", schrieb Klaus in einem Kondolenz-Telegramm an den norwegischen König Harald V.