Ankara. (czar) Tag für Tag flogen die türkischen Militärflugzeuge über die Grenze. Und knapp eine Woche nach Beginn der neuen Offensive gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak konnte Ankara einiges vermelden: Bis zu hundert kurdische Separatisten seien getötet und 132 Ziele angegriffen worden. Eine Bestätigung von kurdischer Seite gab es für die Angaben nicht.

Die ersten grenzüberschreitenden Luftangriffe nach rund einem Jahr markieren eine neue Eskalation im seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen der türkischen Armee und der PKK. Sie sind eine Reaktion auf Angriffe im Südosten der Türkei, bei denen in den vergangenen Wochen mehr als drei Dutzend türkische Soldaten und Sicherheitskräfte ums Leben gekommen sind. Und die Attacken werden fortgesetzt, kündigte der Generalstab an.

Das missfällt dem Nordirak, der eine autonome kurdische Region und ein Rückzugsgebiet für die PKK ist. Die türkischen Luftangriffe verletzen internationale Normen, heißt es aus Erbil. Masoud Barzani, Präsident der Autonomieregion, verurteilte die Tötung von sieben irakischen Zivilisten. Die Beisetzung der Opfer wurde zu einem Protestmarsch gegen die Angriffe mit rund 2000 Teilnehmern.

Verletzte Soldaten, verwundete Polizisten


Doch auch in der Türkei selbst finden die Auseinandersetzungen kein Ende. Am gestrigen Dienstag wurden vier Soldaten bei Gefechten mit der PKK in der Nähe der südostanatolischen Stadt Diyarbakir verletzt. Kurz davor kam es bei einer Demonstration von PKK-Anhängern zu Scharmützeln mit den Sicherheitsbehörden: Sechs Polizisten wurden verwundet.

Eine politische Lösung des Konflikts, basierend auf der Ausweitung der sozialen und kulturellen Rechte der Millionen Kurden im Land, scheint indes wieder außer Sichtweite zu rücken. Obwohl die militärischen Maßnahmen alles andere als ein Ende der Gewalt gebracht haben.