Rom. Die Demokratische Partei (PD), Italiens stärkste Oppositionskraft, hat die Suspendierung des ehemaligen Präsidenten des Mailänder Provinzrates Filippo Penati beschlossen, der in den Sog von Korruptionsermittlungen geraten ist.

Penati, ein enger Vertrauter von Parteichef Pierluigi Bersani, soll jahrelang Schmiergelder von Unternehmern eingesteckt haben, etwa für die Aufwertung eines ehemaligen Industriegeländes in der lombardischen Stadt Sesto San Giovanni bei Mailand, wo er Bürgermeister war. Außerdem soll er hohe Summen für die Vergabe von Aufträgen beim Bau der Autobahnstrecke Mailand-Serravalle erhalten haben.

Die Suspendierung soll so lange dauern, bis Penati seine Probleme mit der Justiz geklärt habe, teilte die Partei mit. Der Beschluss fiel in einer für Justizfragen zuständigen Kommission der Partei einstimmig. Gegen Penati laufen Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs und Bestechung.

Penati, der seine Mitgliedschaft in der Partei ruhend gestellt hat, bringt die PD in Verlegenheit, hat diese doch stets auf die zahlreichen Korruptionsfälle in der Regierungspartei Volk der Freiheit (PdL) von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hingewiesen.

Penati selbst versicherte in einem Schreiben, dass die Justiz den Fall bald restlos aufklären werde. Er sei sogar bereit, auf die Verjährung zu verzichten, um seine Unschuld zu beweisen. Er bestreitet, im Ausland Bankkonten oder andere versteckte Wertanlagen zu haben.