Brüssel. Die Niederlande und Finnland haben am Mittwoch einen polnischen Kompromissvorschlag zur stufenweise Aufnahme von Rumänien und Bulgarien in die grenzkontrollfreie Schengen-Zone blockiert. Bei Beratungen der EU-Botschafter sei am Mittwoch in Brüssel keine Einigung in dieser Frage erzielt worden, hieß es in Ratskreisen. Die Entscheidung liegt nun bei den EU-Innenministern, die am morgigen Donnerstag in Brüssel über die Schengen-Erweiterung beraten. Die Aussichten für Bulgarien und Rumänien würden aber als "nicht optimistisch" beurteilt, sagte ein Diplomat.

Nach dem Kompromiss der polnischen EU-Ratspräsidentschaft sollten die See- und Luftgrenzen Ende Oktober geöffnet werden, die Landgrenzen aber erst im Juli 2012. Auch Frankreich und Deutschland äußerten sich Diplomaten zufolge kritisch zu dem Plan.

Die Niederlande haben vergangene Woche offen ein Veto gegen die Aufnahme der beiden Länder angedroht, weil sie unzufrieden mit der Korruptionsbekämpfung in beiden Ländern sind. Im Gegenzug stoppte Rumänien am Wochenende die Einfuhr niederländischer Tulpen und Zwiebeln. Bukarest und Sofia erfüllen die technischen Voraussetzungen für einen Schengen-Beitritt, stehen aber wegen Korruptionsproblemen auch im fünften Jahr seit dem EU-Beitritt unter Beobachtung Brüssels