Pristina. Mehrere Verletzte forderten erneute Auseinandersetzungen an der Grenze des Nordkosovo. Ortsansässige Serben haben sich Scharmützel mit US-amerikanischen Soldaten der internationalen Schutztruppe KFOR geliefert. Diese hatte zuvor einen illegalen Grenzübergang zu Serbien mit Stacheldraht gesperrt.

Die Einwohner bewarfen die Soldaten mit Steinen, die KFOR reagierte mit dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen. Nach Angaben eines Nato-Sprechers wurden vier Soldaten verletzt; auch von sieben verwundeten Zivilisten war die Rede.

Seit fast zwei Wochen blockieren Serben erneut wichtige Verkehrswege im Nordkosovo und machen Grenzposten für Fahrzeuge praktisch unbenutzbar. Sie protestieren damit gegen die Kontrolle, die seit 16. September an den Grenzübergängen Jarinje und Brnjak von Eulex-Beamten, kosovarischen Polizisten und Zöllnern verrichtet wird.

Die EU-Rechtsstaatsmission hat von den Serben einmal mehr gefordert, die Barrikaden zu entfernen. Diese schränken die Bewegungsfreiheit ein und müssten geräumt werden, hieß es in einer Aussendung. Eulex selbst ist in der Region umstritten: Die Effizienz der Mission wird stark in Zweifel gezogen.

Wegen der Auseinandersetzungen am Grenzübergang ist ein Besuch des österreichischen Verteidigungsministers Norbert Darabos ebendort geplatzt. Der Minister ist lediglich per Hubschrauber über den Posten geflogen worden.