Griechenland-Hilfe

Die Gipfelrunde will vor allem das wirtschaftliche Überleben Griechenlands sichern. Europas Banken sollen auf einen harten Schuldenschnitt des Pleite bedrohten Landes vorbereitet werden - notfalls mit staatlichem Zwang und Kapital.  Die Deutsche Bank zeigte sich am Dienstag bei Vorlage von Quartalszahlen bereits dafür gerüstet. Die Staatspapiere Griechenlands stehen derzeit mit 46 Prozent des Nominalwerts in den Büchern, die Bank hat ihre Forderungen auf den Marktwert abgeschrieben. Damit würde die Bank bei einem Schuldenerlass von 54 Prozent keine weiteren Verluste verbuchen. Auch gegen weitere Risiken aus der Schuldenkrise präsentierte sich die führende deutsche Bank besser abgesichert: Mit einer harten Kernkapitalquote von 10,1 Prozent Ende September hätte sie die Forderung der Europäischen Bankenaufsicht von 9 Prozent klar übertroffen.

Zwei Optionen für die Stärkung des EFSF liegen auf dem Tisch: eine Teilabsicherung neuer Anleihen aus Risikoländern und ein Kreditsondertopf unter Einbeziehung des Internationalen Währungsfonds (IWF).    Inzwischen ist klar, wie der Rettungsfonds schlagkräftiger werden soll: Eine Variante sieht eine Teilabsicherung neuer Anleihen aus Risikoländern wie Spanien und Italien vor. Das funktioniert ähnlich wie eine Teilkaskoversicherung: Im Pleite-Fall bekommt der Geldgeber zumindest einen Teil garantiert zurück. Die zweite Variante dreht sich um einen Kredit-Sondertopf des Internationalen Währungsfonds (IWF). Auch eine Kombination beider Varianten sei möglich, heißt es darin. Derzeit kann der Fonds maximal 440 Mrd. Euro Notkredite verleihen.

Griechenland erwartet Schuldenschnitt

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos erwartet indessen einem Zeitungsbericht zufolge als Ergebnis des EU-Gipfels vom einen Schuldenschnitt von 50 Prozent. Die Gläubiger erhielten je 100 Euro ihrer Forderungen 15 Euro in bar sowie 35 Euro in Form 30-jährigen Schuldverschreibungen mit einem Kupon von 6 Prozent, berichtete die Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf Informanten in Brüssel. Entgegen dem im Juli vereinbarten Restrukturierungsplan würden die neuen Schuldverschreibungen nicht vom Stabilisierungsfonds (EFSF) garantiert.

Durch den sogenannten "Haircut" würden die Schulden Griechenlands um rund 102,5 Mrd. Euro sinken. Die genaue Aufteilung zwischen Bargeld und Bonds sei aber noch offen, hieß es in dem Pressebericht. Das bestätigte auch ein Insider aus der griechischen Bankenszene.