Berlin. Der Anwalt von Beate Zschäpe, Wolfgang Herr, hat Haftbeschwerde eingelegt. Zschäpe sitzt seit 13. November in Deutschland in Untersuchungshaft und schweigt beharrlich. Ihr wird vorgeworfen, mit den verstorbenen Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die terroristische Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gegründet zu haben. Herr forderte nun die Freilassung seiner Mandantin. "Nach den uns vorliegenden Akten besteht kein dringender Tatverdacht wegen Gründung beziehungsweise Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung", heißt es in einer Presseerklärung. Zudem beklagte sich der Anwalt, dass ihm die Behörden relevante Akten vorenthalten würden.

Der Sprecher der Bundesstaatsanwaltschaft, Marcus Köhler, wies diesen Vorwurf zurück. Und er bekräftigte laut der Berliner "tageszeitung", dass Zschäpe "weiterhin dringend tatverdächtig" sei. Auch wegen eines schweren Sprengstoffanschlags. Zschäpe wird vorgeworfen, nach dem Tod von Böhnhardt und Mundlos die gemeinsame Zwickauer Wohnung des Trios in die Luft gesprengt zu haben. Laut mehreren deutschen Medien herrschen aber auch in Ermittlerkreisen Zweifel, ob die Beweise ausreichen, damit eine Terrorismusanklage gegen Zschäpe zustande kommt. Am Ende könnte nur eine Anklage wegen Brandstiftung übrig bleiben.

Zschäpe hatte gemeinsam mit Böhnhardt und Mundlos jahrelang im Untergrund gelebt. Kurz nach dem Tod von Zschäpes Kameraden tauchte ein Bekennervideo auf, in dem sich der NSU mit der Ermordung von acht Türken und einem Griechen brüstete. Auch die Tötung einer Polizistin und Banküberfälle werden den Neonazis zugeschrieben.