Belgrad.

Serbiens Präsident Boris Tadic hat nicht nur die Kosovo-Frage zu klären, sondern muss auch die latente Homophobie in Serbien in den Griff bekommen, um sich in der EU einen Platz zu erkämpfen. - © APAweb/Reuters
Serbiens Präsident Boris Tadic hat nicht nur die Kosovo-Frage zu klären, sondern muss auch die latente Homophobie in Serbien in den Griff bekommen, um sich in der EU einen Platz zu erkämpfen. - © APAweb/Reuters
  Durch das Verbot einer Schwulenparade in Belgrad im Herbst 2009 haben die Behörden nach einer nun veröffentlichten Meinung des serbischen Verfassungsgerichtes gegen die Verfassung verstoßen. Die NGO Zentrum für Menschenrechte hatte eine entsprechende Klage im Namen der Organisatoren der Parade eingereicht.

"Mutiger Schritt"  
Der Völkerrechtsexperte und Leiter des Zentrums, Vojin Dimitrijevic, wertete die Gerichtsentscheidung "angesichts der in der serbischen Gesellschaft herrschenden Homophobie" als äußerst "mutigen" Schritt. Sie liefere klare Signale, dass sich ähnliche Situationen in der Zukunft nicht wiederholen dürfen, sagte Dimitrijevic gegenüber der Tageszeitung "Danas" (Freitag-Ausgabe).

2010 wurde die erste Regenbogenparade in Belgrad abgehalten. Am Rande kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen nationalistischen Gruppen und der Polizei. Daher wurde die Parade heuer aus "Sicherheitsgründen" von den Behörden erneut untersagt.