London.

Die Räumung des Zeltlagers erfolgte weitgehend friedlich. - © dapd
Die Räumung des Zeltlagers erfolgte weitgehend friedlich. - © dapd
Die Londoner Polizei hat in der Nacht zum Dienstag das seit Mitte Oktober bestehende Lager von Kapitalismuskritikern vor der Londoner St. Pauls Kathedrale geräumt. Die Stadt London hatte kürzlich per Gerichtsbeschluss das Recht erhalten, die Zelte abzubauen. Die Proteste dürfen jedoch fortgesetzt werden.

Nach einem Bericht des Fernsehsenders BBC waren an dem Einsatz mehr als 100 Polizisten und Gerichtsbeamte beteiligt, die Dutzende Zelte sehr schnell wegräumten. Zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes kurz nach Mitternacht waren nur noch etwa 50 bis 60 Anhänger der Occupy-Bewegung vor der Kathedrale.

Der Protest von Finanzmarktkritikern vor der St. Pauls Kathedrale hatte am 15. Oktober 2011 begonnen. Ursprünglich hatten die Protestierenden in Anlehnung an die Occupy-Bewegung an der New Yorker Wall Street vor der Londoner Börse ihrem Protest Ausdruck verleihen wollen. Die Polizei hatte damals den Platz vor der Börse abgesperrt, worauf sich rund 3000 Menschen vor der St. Pauls Kathedrale versammelten, wo Domherr Reverend Giles Fraser zu Beginn die Protestierenden unterstützte.

Begonnen hatte die Occupy-Bewegung in New York, wo Protestierende im September den Zucotti-Park besetzt hatten, der von der Polizei dann am 15. November geräumt wurde. Auch in anderen Städten quer durch die USA bildeten sich Protestcamps, die im November nach und nach von der Polizei geräumt wurden. Zuletzt gab es Ende Jänner im kalifornischen Oakland bei San Francisco heftige Auseinandersetzungen zwischen Occupy-Anhängern und Polizei, bei denen hunderte Demonstranten festgenommen wurden.

In Frankfurt/Main harren noch immer rund 20 Occupy-Anhänger vor der Europäischen Zentralbank aus.