Straßburg. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz in Straßburg hat die ukrainische Regierung angewiesen, die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko in einem "geeigneten Krankenhaus" behandeln zu lassen. Es müsse sichergestellt werden, dass die 51-Jährige eine angemessene Behandlung erhalte, forderte das Straßburger Gericht am Freitag. Diese Maßnahme gelte "ab sofort" und sei somit unverzüglich zu befolgen. Der Gerichtshof kann in dringenden Fällen eine "vorläufige Maßnahme" anordnen, was einer einstweiligen Verfügung entspricht. Das Gericht erwartet nun von der Ukraine Angaben über die Art und Weise, wie seine Anordnung umgesetzt wird. Timoschenko hatte sich an das Straßburger Menschenrechtsgericht gewandt, weil sie sich in der Ukraine ungerecht behandelt fühlte. Die Haftbedingungen seien ihrer angeschlagenen Gesundheit nicht angemessen, das Strafverfahren gegen sie politisch motiviert.

Die ehemalige Anführerin der Orangen Revolution wurde im Oktober in einem international kritisierten Verfahren zu sieben Jahren Haft verurteilt. Timoschenko gibt an, an Rückenschmerzen und Herzproblemen zu leiden. Vor kurzem hatten Europarat und EU erneut die Freilassung der Oppositionschefin gefordert.