Bukarest.

Trotz Problemen gute Laune bei Premier Victor Ponta. - © dapd
Trotz Problemen gute Laune bei Premier Victor Ponta. - © dapd
Gleich am ersten Tag der neuen Mitte-Links-Regierung Rumäniens musste sich Premierminister Victor Ponta eine verbale Kopfwäsche gefallen lassen. Der Chef des Ungarnverbands (UDMR), der politischen Vertretung der über eineinhalb Millionen Magyaren in Rumänien, warf Ponta am Montag vor, dass sich sein Regierungsprogramm mit keinem einzigen Satz auf die Minderheiten beziehe - anders als all jene der vergangenen 22 Jahre. Dies sei eine Rückkehr "in die dunkelste Ära des letzten Jahrhunderts, als unsere Existenz verleugnet wurde", polterte UDMR-Vorsitzender Hunor Kelemen.

Stein des Anstoßes ist die Kontroverse um die Einrichtung einer ungarischsprachigen Abteilung an der Medizinischen Universität in Targu Mures, einem der Zentren der ungarischen Volksgruppe. Dieses Anliegen konnte der UDMR bei der scheidenden Regierung des unabhängigen Premiers Mihai Razvan Ungureanu durchsetzen - wogegen Ponta heftig opponierte und versprach, als erste Amtshandlung diese Entscheidung rückgängig zu machen. Allerdings kam ihm die Justiz zuvor und unterband die Einrichtung der neuen Abteilung.

Die "ehrlichste Regierung der letzten zwanzig Jahre" versprach der sozialdemokratische Premier. Doch bereits vor Amtsantritt musste er zwei Personen austauschen: Die designierte Bildungsministerin Corina Dumitrescu disqualifizierte sich durch zahlreiche Grammatikfehler und Falschangaben in ihrem Lebenslauf. Schwerwiegender, sie fungierte einst als Rektorin einer als "Diplomfabrik" bekannten Privatuniversität. Auch ein vorgesehener Ministerialrat musste vorzeitig weichen.

Die neue Regierung verfügt lediglich über ein sechsmonatiges Mandat, das mit den Parlamentswahlen im November endet.