Einer neuen Umfrage nach liegen die Kritiker der von der EU-Troika diktierten Austeritätsmaßnahmen weiter vorne. Der Erhebung des Instituts VPRC nach würde die Linksallianz SYRIZA mit 20,3 Prozent stärkste Partei bleiben. Bei der Wahl selbst hatte sie knapp 17 Prozent erhalten. In Griechenland erhält die stärkste Kraft 50 Sitze zusätzlich im Parlament. Die Unterstützer des Sparprogramms verloren der Umfrage zufolge: Die Neue Demokratie (ND) lag bei 14,2 Prozent und die PASOK bei 10,9 Prozent. Unentschlossen zeigten sich 17,3 Prozent.

Bis zum Urnengang wird der bisherige Übergangspremier Lucas Papademos abgelöst. Der Übergangs-Regierungschef soll vor allem für die einwandfreie Durchführung der Wahlen sorgen, nur in Notfällen kann er den Staatsapparat mobilisieren. Neue Gesetze können nicht verabschiedet werden. Pikrammenos wurde 1945 in Athen geboren und hat die Deutsche Schule in der griechischen Hauptstadt besucht. Danach studierte er Jus in Athen und arbeitete in London. Später setzte er sein Studium in Paris fort, er gilt als Experte im Seefahrtsrecht. Seit 1976 arbeitet Pikrammenos im griechischen Verwaltungsgerichtshof, dem er seit 2009 auch vorsitzt.



Barroso: Griechen müssen über Verbleib in Eurozone selbst entscheiden
Die bevorstehenden Neuwahlen in Griechenland am 17. Juni werden nach Worten von EU-Kommissionspräsident über den Verbleib des Landes in der Eurozone entscheiden. Letztendlich müsse die Entscheidung über den Verbleib in der Eurozone von den Griechen selbst gefällt werden, sagte Barroso am Mittwoch in Brüssel. Die Wahlen seien "historisch", es gehe um die Zukunft des Landes.

Barroso betonte, es sei wichtig, dass die griechische Bevölkerung "in voller Sachkenntnis" über die Alternativen entscheide und die Konsequenzen des eigenen Tuns beachte. Griechenland sollte Mitglied der EU und der Eurozone bleiben, sagte Barroso. "Griechenland ist Mitglied unserer Familie."  Es gebe keine andere Alternative zu dem mit der EU vereinbarten Rettungsprogramm, die weniger schmerzhaft wäre. "Es ist eine Realität es gibt keinen leichteren Weg", sagte der Kommissionschef. Alle anderen Wege wären für die griechische Bevölkerung noch viel schmerzhafter.